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Bürostuhl entsorgen

Ein Bürostuhl ist ein Verbund aus vier Materialien. Eines davon steht unter mehreren hundert Bar.

Kurz gesagt

  • Bürostühle gehören zum Sperrmüll oder zum Wertstoffhof.
  • Die Gasdruckfeder niemals aufsägen oder aufbohren, sie steht unter hohem Druck.
  • Wer zerlegt, trennt Metall, Kunststoff und Polster und spart am Hof Gebühren.
  • Ein durchgesessener Stuhl ist oft nur ein Fall für eine neue Gasfeder.

Der einfache Weg

Als Ganzes ist ein Bürostuhl Sperrmüll: anmelden, bereitstellen, fertig. In den meisten Kommunen ist das über die Abfallgebühr abgedeckt. Alternativ nimmt der Wertstoffhof ihn an.

Die Gasdruckfeder ist der einzige heikle Teil. In der Säule steckt Stickstoff unter mehreren hundert Bar. Sie zu öffnen, aufzusägen, anzubohren oder ins Feuer zu werfen ist gefährlich: Der Kolben kann mit erheblicher Wucht herausschießen. Für die Entsorgung ist das kein Problem, solange man sie in Ruhe lässt. Die Verwerter wissen damit umzugehen, und im Sperrmüll oder Schrott passiert nichts, solange niemand mit der Flex daran geht.

Zerlegen lohnt sich manchmal

Wer den Stuhl auseinandernimmt, kann sortenrein abgeben, und das ist am Hof oft günstiger als der Mischabfall:

  • Fußkreuz aus Alu oder Stahl: Altmetall.
  • Gasfeder: Altmetall, unversehrt abgeben und das Personal darauf hinweisen.
  • Rollen und Kunststoffteile: Restmüll.
  • Sitz und Lehne: Schaumstoff mit Bezug, Restmüll oder Sperrmüll.
  • Mechanik unter dem Sitz: Altmetall.

Das Fußkreuz von der Gasfeder zu lösen, ist oft der schwierigste Teil, die Verbindung ist ein Presssitz. Mit Gummihammer und etwas Geduld geht es meist, mit Gewalt und Wärme sollte man es nicht versuchen.

Vorher: der häufigste Defekt ist ein Ersatzteil

Bürostühle werden fast immer aus zwei Gründen ausgemustert, und beide sind reparabel:

  • Der Stuhl sackt ab. Das ist die Gasfeder, und die kostet als Ersatzteil einen Bruchteil eines neuen Stuhls. Sie ist in Standardmaßen genormt und passt in die meisten Modelle.
  • Die Rollen laufen nicht mehr. Ersatzrollen sind Cent-Artikel und werden einfach eingesteckt. Für Holzböden gibt es weiche Varianten, die auch das alte Kratzproblem lösen.

Bei guten Marken lohnt zusätzlich der Blick auf die Polsterung: Für Bürostühle im gehobenen Segment gibt es Bezüge und Schaumkerne als Ersatzteil, und Aufarbeitungsbetriebe machen daraus wieder neuwertige Stühle. Ein zwanzig Jahre alter Markenstuhl ist oft besser als ein neuer aus dem Möbelmarkt.

Weitergeben

Funktionierende Bürostühle sind über Kleinanzeigen und Verschenkgruppen sofort weg, seit Homeoffice zum Alltag gehört. Auch Vereine, Jugendtreffs und Sozialkaufhäuser nehmen sie, sofern die Polster sauber sind.

Häufige Fragen

Darf ich die Gasfeder aufschneiden?

Nein. Sie steht unter mehreren hundert Bar Stickstoffdruck, der Kolben kann mit Wucht herausschießen. Unversehrt abgeben, die Verwerter können damit umgehen.

Ist ein Bürostuhl Sperrmüll?

Ja, als Ganzes. Wer zerlegt, kann Metall, Kunststoff und Polster getrennt zum Wertstoffhof bringen und spart dort oft Gebühren.

Mein Stuhl sackt immer ab, ist er kaputt?

Das ist die Gasfeder. Sie ist genormt, kostet als Ersatzteil wenig und ist mit etwas Geduld selbst zu tauschen.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Amtliches Abfallverzeichnis mit allen Abfallschlüsseln.
  2. Kreislaufwirtschaftsgesetz § 20Bundesministerium der Justiz. Pflichten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und die acht getrennt zu sammelnden Abfallarten.
  3. Was gehört in die Gelbe Tonne?Initiative der dualen Systeme in Deutschland. Verbindliche Trennregeln für Leichtverpackungen.

Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.