Kurz gesagt
- Kugelschreiber sind Verbundmaterial und gehören in den Restmüll.
- Nicht in den Gelben Sack: Ein Stift ist keine Verpackung.
- Hochwertige Metallstifte gehören zum Altmetall, oft lohnt aber eine neue Mine.
- Es gibt Sammelprogramme für Schreibgeräte, teils über Schulen und Vereine.
Warum Restmüll und nicht Gelber Sack
Zwei Gründe. Erstens ist ein Stift keine Verkaufsverpackung, und nur die gehört in den Gelben Sack. Zweitens ist er ein Verbund: Gehäuse aus Kunststoff, Spitze aus Metall, Mine mit Tintenresten, oft eine Feder aus Stahl und ein Clip aus einem anderen Material. Auf wenigen Zentimetern liegen vier Werkstoffe, die sich maschinell nicht trennen lassen.
Genau daran scheitert das Recycling. Es gibt keine wirtschaftliche Anlage, die einen Kugelschreiber in seine Bestandteile zerlegt. Deshalb ist der Restmüll der ehrliche Weg, auch wenn das Gehäuse aus gut verwertbarem Kunststoff besteht.
Die Ausnahme: Metallstifte. Hochwertige Kugelschreiber mit Gehäuse aus Messing, Aluminium oder Edelstahl sind überwiegend Metall und gehören zum Altmetall auf den Wertstoffhof. Bei diesen Stiften lohnt allerdings fast immer eine neue Mine für ein bis zwei Euro, statt sie zu entsorgen.
Sammelprogramme
Für Schreibgeräte gibt es Rücknahmeprogramme, an denen sich Schulen, Vereine und Büros beteiligen können. Gesammelt werden dabei Kugelschreiber, Filzstifte, Textmarker und Korrekturmittel aller Marken. Die gesammelten Stifte gehen in ein spezialisiertes Verfahren, das die Materialien tatsächlich trennt.
Für den einzelnen Haushalt lohnt sich die Anmeldung selten, für eine Schulklasse oder ein Büro schon. Wenn du regelmäßig viele Stifte aussortierst, frag im Sekretariat nach, ob dort gesammelt wird.
Vor dem Wegwerfen
Die meisten Kugelschreiber landen im Müll, weil die Mine leer ist, nicht weil der Stift kaputt wäre. Ersatzminen kosten wenige Cent und passen bei den gängigen Formaten herstellerübergreifend. Das gilt auch für Werbekugelschreiber, deren Minen meist Standardmaße haben.
Eingetrocknete Filzstifte lassen sich oft retten, indem man die Spitze kurz in warmes Wasser hält. Bei Whiteboard-Markern hilft ein Tropfen Isopropanol.
Häufige Fragen
Warum darf ein Plastikstift nicht in den Gelben Sack?
Weil der Gelbe Sack nur Verkaufsverpackungen aufnimmt. Ein Stift ist ein Produkt, kein Verpackungsmaterial. Dazu kommt, dass er als Materialverbund ohnehin nicht sortenrein verwertbar wäre.
Was mache ich mit einem Füller?
Füllfederhalter sind meist überwiegend Metall und gehören zum Altmetall. Bei hochwertigen Stücken lohnt eine Reparatur oder der Verkauf, für alte Markenfüller gibt es einen Sammlermarkt.
Gehören Tintenpatronen in den Gelben Sack?
Kleine Tintenpatronen für Füller sind Restmüll, sie sind zu klein und mit Tintenresten behaftet. Druckerpatronen sind ein anderer Fall, siehe Druckerpatronen.
Wo gilt das bei dir?
Was in die Restmülltonne darf, regelt jede Kommune etwas anders. Der Wertstoffhof deines Kreises nimmt im Zweifel auch das an, was die Tonne stehen lässt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.