Kurz gesagt
- Kleine Reste gehören in den Restmüll, aufgerollt und gebündelt.
- Bei einer Renovierung kommt der Belag in den Baumischabfall, nicht in den Bauschutt.
- Echtes Linoleum ist ein Naturprodukt aus Leinöl, Harz und Korkmehl, PVC-Belag dagegen Kunststoff.
- Nicht verbrennen: PVC setzt dabei Chlorwasserstoff frei.
Zwei Materialien, ein Name
Umgangssprachlich heißt jeder elastische Bodenbelag Linoleum, tatsächlich sind es zwei sehr verschiedene Dinge.
Echtes Linoleum besteht aus Leinöl, Naturharz, Holz- oder Korkmehl und Kalkstein auf einem Jutegewebe. Es ist ein Naturprodukt und riecht charakteristisch nach Leinöl.
PVC- und Vinylbeläge bestehen aus Polyvinylchlorid mit Weichmachern. Sie sind der häufigere Fall, gerade bei Belägen aus den Siebzigern und Achtzigern.
Für den Entsorgungsweg ändert das wenig, beide sind kein Bauschutt. Für die Frage nach Schadstoffen schon.
Vorsicht bei Altbelägen. Bodenbeläge und ihre Kleber aus der Zeit vor 1990 können Asbest enthalten, besonders sogenannte Cushion-Vinyl-Beläge mit Schaumrücken und schwarze Bitumenkleber. Wer einen alten Belag herausreißt, sollte ihn im Zweifel beproben lassen. Bestätigt sich der Verdacht, ist die Entsorgung Sache eines Fachbetriebs.
Warum kein Bauschutt
Bauschutt ist rein mineralisch. Bodenbeläge enthalten organische Anteile oder bestehen ganz aus Kunststoff. Landen sie im Bauschutt-Container, wird die gesamte Ladung als Baumischabfall umklassifiziert und teurer. Bei einer Renovierung also gleich den richtigen Container bestellen.
Kleine Mengen
Reste vom Zuschnitt und einzelne Bahnen kommen in den Restmüll. Aufrollen und mit Schnur binden, dann passen sie besser in die Tonne. Große Rollen sprengen sie, dafür ist der Wertstoffhof zuständig.
Der Kleber ist das eigentliche Problem
Beim Ausbau bleibt fast immer eine Kleberschicht auf dem Estrich zurück. Diese Reste gehören ebenfalls zum Baumischabfall, nicht in den Bauschutt. Wer den Estrich anschließend abschleift, sollte an eine Absaugung denken, gerade bei Altbauten mit Asbestverdacht.
Wiederverwenden
Ganze, unbeschädigte Bahnen sind als Unterlage im Keller, in der Werkstatt oder unter Regalen brauchbar. Echtes Linoleum lässt sich zudem aufarbeiten: Es ist erstaunlich langlebig und kann gereinigt und neu versiegelt werden, statt es zu ersetzen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich echtes Linoleum?
Am Geruch nach Leinöl und an der Rückseite, dort ist ein Jutegewebe zu sehen. PVC-Beläge haben eine glatte oder geschäumte Rückseite und riechen nach Kunststoff. Auch ein Brenntest im Freien hilft, ist aber wegen der Dämpfe nicht zu empfehlen.
Kann Linoleum kompostiert werden?
Nein, auch echtes Linoleum nicht. Es ist zwar aus natürlichen Rohstoffen, aber stark verdichtet und versiegelt, es zerfällt in der Kompostierung nicht in vertretbarer Zeit.
Ist mein alter Bodenbelag asbesthaltig?
Das lässt sich nur im Labor klären. Verdächtig sind Beläge und Kleber aus der Zeit vor dem Asbestverbot 1993, insbesondere Vinylbeläge mit Schaumrücken und schwarzer Bitumenkleber. Eine Materialprobe kostet rund 30 bis 60 Euro.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.