Kurz gesagt
- Saubere Teile, meist der Deckel, gehören ins Altpapier.
- Stark verfettete oder mit Käse verklebte Teile kommen in den Restmüll.
- Reiß den Karton einfach auseinander und trenne sauber von schmutzig. Das ist ausdrücklich erlaubt.
- Nicht in die Biotonne: Der Karton ist bedruckt und beschichtet, das gehört nicht in den Kompost.
Warum Fett das Problem ist
Altpapier wird im Recyclingprozess in Wasser aufgelöst, bis ein Faserbrei entsteht. Fett löst sich darin nicht, sondern schwimmt obenauf und lagert sich an den Fasern an. Das Ergebnis sind Flecken im neuen Papier und Störungen in der Anlage.
Deshalb gilt für Altpapier: sauber und trocken. Ein durchgefetteter Kartonboden erfüllt beides nicht.
Die Lösung: Karton auftrennen
Bei fast jedem Pizzakarton ist nur der Boden betroffen. Der Deckel bleibt in der Regel sauber, oft auch die Seitenwände. Reiß den Karton also einfach entlang der Kanten auseinander:
- Sauberer Deckel und saubere Seitenteile kommen ins Altpapier.
- Der verfettete Boden kommt in den Restmüll.
Das ist kein Trick, sondern der von Entsorgern empfohlene Weg. Er rettet meistens deutlich mehr als die Hälfte des Kartons für das Recycling.
Wo die Grenze liegt: Ein paar Krümel und ein leichter Fettschimmer sind unkritisch, das Papier wird im Prozess ohnehin gereinigt. Kritisch sind durchgeweichte Stellen, festgebackener Käse und Soßenreste. Faustregel: Wenn das Papier an der Stelle dunkel und speckig glänzt, ist es Restmüll.
Was nicht geht
Nicht in die Biotonne
Der Gedanke liegt nahe, weil Pappe ja aus Holz besteht. Aber Pizzakartons sind bedruckt, häufig mit Nassfestmitteln behandelt und manchmal innen beschichtet. Diese Zusätze gehören nicht in die Kompostierung. Nur reine Speisereste vom Karton dürfen in die Biotonne.
Nicht in den Gelben Sack
Der Gelbe Sack nimmt ausschließlich Verpackungen auf, die nicht aus Papier, Karton oder Glas bestehen. Ein Pizzakarton ist Karton und damit ausgeschlossen, auch wenn er als Verpackung geliefert wurde.
Kein Pizzaretter, keine Serviette
Der kleine Plastiktisch in der Mitte ist eine Verpackungskomponente aus Kunststoff und gehört in den Gelben Sack. Fettige Servietten und Papiertücher kommen in den Restmüll oder, falls unbelastet, in die Biotonne.
Wie viel Karton kann ich retten?
Bei einer normalen Pizza bleibt der Deckel fast immer sauber, das ist rund die Hälfte der Fläche. Wer die Pizza auf einem Teller isst statt direkt aus dem Karton, rettet oft auch den Boden. Ein untergelegtes Backpapier tut dasselbe.
Und der einfachste Weg, das Problem loszuwerden: bei der Bestellung nach Mehrweg fragen. In vielen Städten gibt es inzwischen Pfandsysteme für Pizzaboxen.
Häufige Fragen
Darf ein leicht fettiger Pizzakarton ins Altpapier?
Bei einem leichten Fettschimmer und ein paar Krümeln ja, das verträgt der Recyclingprozess. Sind Stellen durchgeweicht, dunkel glänzend oder mit festgebackenem Käse belegt, reiß sie ab und gib nur diese Teile in den Restmüll.
Warum darf Pizzakarton nicht in die Biotonne?
Wegen der Druckfarben, Nassfestmittel und Beschichtungen. Sie sind für den Kompost nicht vorgesehen und können Schadstoffe eintragen. Reine Speisereste vom Karton dürfen dagegen in die Biotonne.
Muss ich den Karton wirklich auseinanderreißen?
Müssen nicht, es lohnt sich aber. Wanderte der ganze Karton in den Restmüll, ginge sauberes Material mit in die Verbrennung. Zehn Sekunden Aufwand retten in der Regel den halben Karton fürs Recycling.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Was gehört in die Gelbe Tonne?
- Müll richtig trennen: Gelber Sack, Restmüll, Papier oder wohin sonst?
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.