Kurz gesagt
- Modeschmuck ohne Edelmetall gehört in den Restmüll.
- Gold und Silber gehören nicht in den Müll, sondern zum Ankauf. Auch Bruchstücke haben Materialwert.
- Die Punze im Verschluss verrät den Feingehalt: 333, 585, 750 bei Gold, 800 oder 925 bei Silber.
- Bei Erbstücken vor jeder Entscheidung schätzen lassen, der Sammlerwert kann den Materialwert übersteigen.
Erst nachsehen, dann entscheiden
Bevor irgendetwas in die Tonne geht, lohnt der Blick auf die Punze, den kleinen eingeprägten Stempel. Er sitzt meist am Verschluss, an der Innenseite eines Rings oder am Ohrsteckerbügel.
- 333, 375, 585, 750, 916, 999 stehen für den Goldgehalt in Tausendsteln. 585 heißt 14 Karat, 750 heißt 18 Karat.
- 800, 835, 925, 999 stehen für Silber. 925 ist Sterlingsilber.
- Pt oder 950 steht für Platin.
Findest du eine solche Punze, gehört das Stück nicht in den Müll. Auch verbogene, gerissene oder unvollständige Teile werden nach Gewicht angekauft, der Zustand spielt für den Materialwert keine Rolle.
Bei Erbstücken nichts überstürzen. Der Sammler- oder Liebhaberwert kann den Materialwert um ein Vielfaches übersteigen, besonders bei signierten Stücken, Jugendstil, Art déco und Uhren. Ein Ankäufer zahlt nur den Goldpreis, ein Auktionshaus oder ein spezialisierter Händler bewertet das Stück als Ganzes. Zwei Meinungen einzuholen kostet nichts.
Modeschmuck
Ketten, Ohrringe und Armbänder ohne Edelmetall bestehen meist aus vermessingtem Zink, Aluminium, Glas oder Kunststoff. Der Materialwert ist null, die Teile sind zu klein und zu gemischt für eine sortenreine Verwertung. Sie gehören in den Restmüll.
Nicht in den Gelben Sack: Schmuck ist keine Verpackung. Bei einer größeren Menge, etwa aus einer Haushaltsauflösung, nimmt der Wertstoffhof ihn als Altmetall an.
Was mit intaktem Schmuck
Sozialkaufhäuser, Second-Hand-Läden und Theatergruppen nehmen Modeschmuck gern, gerade auffällige Stücke werden für Kostüme gebraucht. Auch Kitas und Schulen für Verkleidungskisten, dort allerdings ohne verschluckbare Kleinteile.
Sonderfälle
Uhren
Batteriebetriebene Uhren sind Elektroaltgeräte, die Batterie gehört vorher heraus. Mechanische Uhren sind kein Elektrogerät, haben aber oft Sammlerwert. Beides gehört nicht in den Hausmüll.
Perlen und Steine
Echte Perlen und Edelsteine haben einen eigenen Wert, unabhängig von der Fassung. Ein Juwelier kann sagen, ob es sich lohnt, sie auszufassen.
Zahngold
Wird von Ankaufstellen und Zahnarztpraxen angenommen und nach Feingehalt vergütet. In den Hausmüll gehört es keinesfalls.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich echtes Gold ohne Punze?
Sicher nur durch eine Prüfung beim Juwelier oder Ankäufer, sie ist meist kostenlos. Ein Magnet hilft als grober Ausschluss: Gold und Silber sind nicht magnetisch, viele Modeschmuck-Legierungen dagegen schon.
Lohnt sich der Ankauf bei wenigen Gramm?
Bei Gold ja, schon einzelne Gramm bringen einen zweistelligen Betrag. Bei Silber liegt die Schwelle höher, dort lohnt es sich ab einigen zehn Gramm.
Gehört Modeschmuck zum Elektroschrott, wenn er blinkt?
Ja. Schmuck mit LED oder Batterie ist ein Elektroaltgerät und gehört zur Elektrosammlung, die Batterie vorher heraus.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.
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