Kurz gesagt
- Die Tube ist Verkaufsverpackung und gehört restentleert in den Gelben Sack.
- Deckel abschrauben und getrennt einwerfen, dann erkennt die Anlage beide Materialien.
- Nicht ausspülen. Restentleert genügt, Wasser und Energie sparst du dir.
- Die Faltschachtel gehört ins Altpapier, die Zahnbürste in den Restmüll.
Der einfache Teil
Eine Zahnpastatube ist eine Verkaufsverpackung. Der Hersteller zahlt für ihre Entsorgung in ein duales System, deshalb gehört sie in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Das gilt für Kunststofftuben ebenso wie für die selten gewordenen Aluminiumtuben.
Restentleert reicht, ausspülen sollst du ausdrücklich nicht. Was mit dem Löffel oder durch Ausdrücken herausgeht, genügt. Ausspülen kostet Trinkwasser und bringt der Sortierung nichts.
Deckel abschrauben, das ist der eigentliche Tipp. Tube und Deckel bestehen aus verschiedenen Kunststoffen. Bleiben sie verbunden, erkennt die Nahinfrarot-Sortierung nur das Material, das sie zuerst sieht, und der Rest geht als Fehlwurf verloren. Getrennt eingeworfen landen beide dort, wo sie hingehören. Dieselbe Regel gilt für Joghurtbecher und ihren Aludeckel.
Warum Tuben trotzdem schwierig sind
Die meisten Zahnpastatuben sind ein Mehrschichtverbund: dünne Lagen aus verschiedenen Kunststoffen, teils mit einer Aluminiumsperrschicht, damit die Paste nicht austrocknet und die Aromen bleiben. Genau dieser Aufbau lässt sich nicht sortenrein trennen.
Ein Teil dieser Tuben wird deshalb nicht werkstofflich verwertet, sondern verbrannt. Einige Hersteller stellen seit einigen Jahren auf Tuben aus einem einzigen Kunststoff um, erkennbar an Hinweisen wie „recycelbar" oder einer Materialangabe auf der Falz. Diese Tuben lassen sich tatsächlich verwerten, und sie gehören in denselben Sack.
Das Drumherum
- Faltschachtel: Altpapier. Sauberer Karton ohne Beschichtung.
- Zahnbürste: Restmüll. Sie ist keine Verpackung, sondern ein Produkt, deshalb kein Gelber Sack. Wechselköpfe ebenso.
- Elektrische Zahnbürste: Elektroaltgerät mit fest verbautem Akku, Rückgabe im Handel oder am Wertstoffhof.
- Zahnseide und ihre Dose: Restmüll, die Dose ist zwar Verpackung, wird aber wegen ihrer Größe und der Faserreste oft aussortiert. Beides ist vertretbar, im Zweifel Gelber Sack für die leere Dose.
Die Tube wirklich leer bekommen
In einer scheinbar leeren Tube stecken oft noch mehrere Anwendungen. Von unten aufrollen, mit einem Löffelstiel ausstreichen, oder die Tube der Länge nach aufschneiden, wenn nichts mehr geht. Das ist kein Geiz, sondern der einfachste Weg, ein Verbundmaterial etwas seltener zu kaufen.
Wer die Verpackung ganz vermeiden will: Zahnputztabletten und Zahnpasta im Glas gibt es inzwischen breit, beides ohne Verbundmaterial. Für die Wirkung entscheidend ist allerdings das Fluorid, und darauf sollte man beim Wechsel achten.
Häufige Fragen
Muss ich die Zahnpastatube ausspülen?
Nein. Restentleert genügt, das ist ausdrücklich die Vorgabe. Ausspülen verbraucht nur Trinkwasser.
Soll der Deckel auf der Tube bleiben?
Nein, abschrauben und getrennt in den Gelben Sack geben. Tube und Deckel bestehen aus verschiedenen Kunststoffen, getrennt werden beide richtig sortiert.
Wohin gehört die Zahnbürste?
In den Restmüll, sie ist keine Verpackung. Elektrische Zahnbürsten sind Elektroaltgeräte und gehören in die Elektrosammlung.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Verpackungsgesetz § 14, Anforderungen an die Sammlung
- Was gehört in die Gelbe Tonne?
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
- Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 17, Rücknahmepflichten des Vertreibers
Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.