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Bremsscheiben entsorgen

Eine Bremsscheibe wiegt fünf bis zehn Kilogramm und besteht fast vollständig aus Gusseisen. Damit ist sie kein Abfall, sondern Rohstoff.

Kurz gesagt

  • Bremsscheiben sind Gusseisen und gehören zum Altmetall.
  • Der Wertstoffhof nimmt sie kostenlos, der Schrotthändler zahlt sogar dafür.
  • Bremsbeläge sind etwas anderes: Sie enthalten Kupfer und Bindemittel und gehören zur Schadstoffsammlung oder in den Restmüll.
  • Nicht in den Restmüll, das Gewicht sprengt die Tonne und der Wertstoff geht verloren.

Reines Metall, sauberer Weg

Eine Bremsscheibe besteht aus Grauguss, einem Eisenwerkstoff mit hohem Kohlenstoffanteil. Sie ist damit sortenreiner Schrott, wie er in der Verwertung gern gesehen wird: kein Verbund, keine Beschichtung, kein Kunststoff.

Der Wertstoffhof nimmt sie kostenlos unter Altmetall an. Wer mehrere Scheiben hat, etwa nach einem Werkstattbesuch in Eigenregie, kann sie beim Schrotthändler abgeben und bekommt einen Kilopreis. Bei vier Scheiben kommt da durchaus etwas zusammen.

Bremsbeläge sind der andere Fall. Sie bestehen aus einem Reibmaterial mit Bindemitteln, oft mit Kupfer, früher auch mit Asbest. Beläge aus Fahrzeugen vor 1993 stehen unter Asbestverdacht. Moderne Beläge sind asbestfrei, aber wegen des Kupferanteils trotzdem kein einfacher Schrott. Frag am Wertstoffhof nach, viele nehmen sie unter Schadstoffen oder als Restmüll an.

Bremsstaub nicht unterschätzen

Der schwarze Belag auf ausgebauten Scheiben ist Bremsstaub, ein Gemisch aus Metallabrieb und Belagsmaterial. Er ist lungengängig und sollte nicht eingeatmet oder trocken abgekehrt werden. Wisch die Scheiben feucht ab, wenn du sie transportierst, und wasch dir danach die Hände.

Bei Arbeiten an der Bremsanlage generell: Handschuhe tragen, nicht mit Druckluft ausblasen.

Sind sie wirklich verschlissen?

Bremsscheiben haben eine eingeprägte Mindestdicke, meist auf dem Rand oder der Nabe. Liegt die gemessene Dicke darüber und ist die Oberfläche ohne tiefe Riefen oder Risse, ist die Scheibe technisch in Ordnung. Häufig werden Scheiben vorsorglich mit den Belägen gewechselt, obwohl sie noch Reserve hätten.

Gebrauchte Scheiben zu verkaufen ist bei sicherheitsrelevanten Teilen allerdings heikel. Anders als bei Karosserieteilen sollte hier im Zweifel die Entsorgung stehen.

Verwandte Teile

Bremstrommeln, Auspuffanlagen, Felgen aus Stahl und Motorteile folgen demselben Weg: Altmetall. Bei Aluminiumfelgen lohnt der Schrotthändler besonders, Aluminium bringt deutlich mehr als Stahl. Betriebsstoffe wie Bremsflüssigkeit gehören dagegen zur Schadstoffsammlung, siehe Motorrad.

Häufige Fragen

Bekomme ich für Bremsscheiben Geld?

Beim Schrotthändler ja, nach Kilopreis für Grauguss. Bei vier Scheiben eines Pkw sind das immerhin 20 bis 40 Kilogramm. Der Wertstoffhof nimmt sie kostenlos, zahlt aber nichts.

Wohin mit den Bremsbelägen?

Nicht zum Altmetall. Sie enthalten Reibmaterial mit Kupfer und Bindemitteln. Frag am Wertstoffhof, viele ordnen sie den Schadstoffen zu, andere dem Restmüll. Bei Fahrzeugen vor 1993 besteht Asbestverdacht.

Muss ich die Scheiben vorher reinigen?

Nein, für die Verwertung nicht. Wisch sie nur feucht ab, damit du beim Transport keinen Bremsstaub verteilst.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Amtliches Abfallverzeichnis mit allen Abfallschlüsseln.
  2. Kreislaufwirtschaftsgesetz § 20Bundesministerium der Justiz. Pflichten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und die acht getrennt zu sammelnden Abfallarten.

Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.