Kurz gesagt
- Rückgabe im Handel ist der einfachste Weg. Läden ab 400 m² Verkaufsfläche müssen Kleingeräte kostenlos annehmen, auch ohne Neukauf.
- Patronen mit Chip fallen unter das ElektroG und dürfen nicht in den Hausmüll.
- Der Wertstoffhof nimmt sie ebenfalls, in der Regel kostenlos.
- Originalpatronen bekannter Hersteller lassen sich wiederbefüllen und haben teils sogar einen Ankaufswert.
Fällt deine Patrone unter das Elektrogesetz?
Das ist die Frage, an der sich alles entscheidet, und sie hat eine erstaunlich klare Antwort. Das Bayerische Landesamt für Umwelt formuliert es so: Das ElektroG greift, wenn Druckerpatronen oder Tonerkartuschen einen Chip aufweisen oder Strom zum Betrieb benötigen.
Bei modernen Tintenpatronen ist praktisch immer ein Chip verbaut, der den Füllstand meldet. Diese Patronen sind damit Elektroaltgeräte und gehören nicht in den Hausmüll. Eine einfache Kunststoffkartusche ohne jede Elektronik fällt dagegen nicht unter das Gesetz, ist aber trotzdem viel zu schade für den Restmüll.
Achtung bei Warnsymbolen: Trägt die Patrone oder ihre Verpackung ein GHS-Gefahrenpiktogramm, also eine rot umrandete Raute, handelt es sich im Entsorgungsfall um gefährlichen Abfall. Solche Patronen gehören zur Schadstoffsammlung, nicht in die normale Rücknahme. Das ist die Ausnahme, betrifft aber vor allem Spezialtinten aus dem gewerblichen Bereich.
Der einfachste Weg: Rückgabe im Laden
Händler mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte sind gesetzlich verpflichtet, kleine Altgeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge kostenlos und ohne Neukauf zurückzunehmen, in haushaltsüblichen Mengen. Eine Druckerpatrone fällt genau in diese Kategorie.
Das gilt für Elektronikmärkte ebenso wie für große Supermärkte und Drogerien, die Elektrogeräte führen. Seit 2026 sind die Sammelstellen in den Läden deutlicher gekennzeichnet als früher. Du musst nichts nachweisen und nichts kaufen.
Weitere Wege
Herstellerrücknahme
Die großen Druckerhersteller betreiben eigene Rücknahmesysteme mit vorfrankierten Umschlägen oder Sammelboxen. Das ist der Weg mit der besten Verwertungsquote, weil die Patronen dort gezielt zur Wiederbefüllung sortiert werden. Frankierte Rücksendeetiketten gibt es meist im Kundenbereich der Herstellerseite.
Sammelboxen
In Einkaufszentren, Elektronikmärkten, Schulen und Vereinen stehen Sammelboxen. Manche davon sind mit einem Spendenmodell verbunden: Der Sammler bekommt für wiederbefüllbare Originalpatronen eine Vergütung, die an die Einrichtung geht. Der Weg ist bequem und tut nebenbei etwas Gutes.
Wertstoffhof
Jeder kommunale Wertstoffhof nimmt Patronen an, in aller Regel kostenlos. Das ist die verlässlichste Lösung, wenn kein passender Laden in der Nähe ist.
Warum nicht in den Hausmüll?
Zwei Gründe. Erstens die Rechtslage: Für Patronen, die unter das ElektroG fallen, ist die stoffliche Verwertung vorgeschrieben, eine thermische Verwertung also ausgeschlossen. Zweitens der Inhalt: Restliche Tinte enthält Pigmente und Lösemittel, und das Gehäuse besteht aus gut verwertbarem Kunststoff mit Metallkontakten.
Auch der Gelbe Sack ist falsch. Eine Patrone ist keine Verkaufsverpackung, sondern ein Produkt.
Was ist mit Originalpatronen?
Leere Originalpatronen bekannter Marken haben einen Marktwert, weil Refill-Betriebe sie reinigen und neu befüllen. Es gibt Ankaufportale, die dafür einen kleinen Betrag zahlen oder ihn spenden. Nachbau- und Fremdpatronen sind dafür meist nicht geeignet, weil sich ihre Chips nicht zurücksetzen lassen.
Für die Wiederbefüllung gilt: eingetrocknete Patronen sind kaum zu retten. Wer sammelt, sollte die Patronen möglichst luftdicht verpacken und nicht monatelang offen liegen lassen.
Häufige Fragen
Muss der Laden meine Patrone auch annehmen, wenn ich nichts kaufe?
Ja. Bei Kleingeräten bis 25 Zentimeter besteht die Rücknahmepflicht unabhängig von einem Neukauf, solange der Händler mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche für Elektrogeräte hat und es sich um haushaltsübliche Mengen handelt. Eine Handvoll Patronen ist haushaltsüblich, ein Umzugskarton aus dem Büro nicht.
Gehören Tintenpatronen ohne Chip in den Restmüll?
Rechtlich fallen sie nicht unter das ElektroG, im Restmüll sind sie aber trotzdem falsch aufgehoben. Kunststoffgehäuse und Tintenreste lassen sich verwerten. Gib sie beim Wertstoffhof oder in einer Sammelbox ab, dort werden sie mitsortiert.
Wie unterscheidet sich das von Tonerkartuschen?
Die Rechtslage ist dieselbe, die Handhabung nicht: Tonerpulver ist ein sehr feines Pulver, das man weder einatmen noch verstreuen sollte. Details dazu stehen auf der Seite zu Toner.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Abfallentsorgung für Druckerpatronen und Tonerkartuschen
- Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 17, Rücknahmepflichten des Vertreibers
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.