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Steinwolle entsorgen

Steinwolle ist fester und hitzebeständiger als Glaswolle, wird aber abfallrechtlich genau gleich behandelt.

Kurz gesagt

  • In KMF-Säcken oder Big Bags staubdicht verpackt zum Wertstoffhof.
  • Kleine Mengen kosten dort meist 15 bis 20 Euro, größere Mengen brauchen einen eigenen Container.
  • Material von vor 1996 gilt als alte Mineralwolle mit krebserzeugenden Fasern.
  • Kein Bauschutt, auch wenn Steinwolle aus Stein gemacht ist. Fasern zerstören die Schotter-Aufbereitung.

Was Steinwolle von Glaswolle unterscheidet

Beide sind künstliche Mineralfasern, aber sie entstehen aus unterschiedlichen Rohstoffen. Steinwolle wird aus geschmolzenem Basalt, Diabas und Kalkstein geschleudert. Glaswolle entsteht aus Altglas und Sand.

Praktisch merkt man den Unterschied am Griff: Steinwolle ist gräulich bis bräunlich, dichter, fester und schwerer. Glaswolle ist gelblich, leichter und weicher. Steinwolle hält höheren Temperaturen stand und wird deshalb im Brandschutz eingesetzt.

Für die Entsorgung spielt das keine Rolle. Beide laufen unter demselben Abfallschlüssel, brauchen dieselbe Verpackung und nehmen denselben Weg. Wenn du unsicher bist, welche Wolle du vor dir hast, ist das also kein Problem.

Alt oder neu?

Wie bei jeder Mineralwolle ist das Einbaujahr die entscheidende Frage. Bei Material von vor 1996 ist nach TRGS 521 von alter Mineralwolle auszugehen, deren Faserstäube als krebserzeugend Kategorie 2 eingestuft sind. Seit Juni 2000 gilt ein Herstellungs- und Verwendungsverbot, danach eingebaute Ware ist biolöslich.

Ausführlich steht das auf der Seite zu Glaswolle, es gilt für Steinwolle unverändert.

Verpacken und abgeben

Offen transportieren geht nicht. Nötig sind KMF-Säcke oder Big Bags aus dem Baumarkt, ab etwa drei Euro pro Stück. Nicht stopfen, sauber verschließen, sonst weist die Annahmestelle die Ladung zurück.

Kleine Mengen nimmt der Wertstoffhof gegen eine Gebühr an, größere Mengen kommen in einen Container ausschließlich für Mineralfaserabfälle. Beim Ausbau gilt: Handschuhe, Schutzbrille, mindestens FFP2-Maske, langärmlige Kleidung, Material vorher anfeuchten.

Steinwolle ist schwer. Mit einer Rohdichte von häufig 30 bis 150 Kilogramm pro Kubikmeter wiegt sie deutlich mehr als Glaswolle. Wenn der Wertstoffhof nach Gewicht abrechnet oder der Container eine Zuladungsgrenze hat, macht das einen spürbaren Unterschied. Bei Brandschutzplatten kann die Dichte noch höher liegen.

Warum nicht in den Bauschutt?

Der naheliegende Gedanke, Steinwolle sei ja aus Stein, führt in die Irre. Bauschutt wird zu Recyclingschotter für den Straßen- und Wegebau aufbereitet. Fasern lassen sich daraus nicht entfernen und machen das Material unbrauchbar. Deshalb ist Mineralwolle im Bauschutt-Container ein Grund, die gesamte Ladung teurer einzustufen.

Reste vom Neubau

Verschnitt aus einer aktuellen Baustelle ist sortenrein, sauber und biolöslich. Einige Hersteller nehmen solche Reste im Rahmen eigener Rücknahmeprogramme zurück, teils direkt über den Baustoffhändler. Das lohnt sich ab einer größeren Palettenmenge und ist ökologisch der bessere Weg als die Deponie.

Häufige Fragen

Ist Steinwolle gefährlicher als Glaswolle?

Nein. Maßgeblich ist nicht der Rohstoff, sondern ob die Fasern biopersistent sind. Alte Steinwolle und alte Glaswolle sind gleichermaßen als krebserzeugend Kategorie 2 eingestuft, neue Ware beider Arten gilt als biolöslich und unbedenklich.

Darf Steinwolle in den Gelben Sack?

Nein. Der Gelbe Sack ist für Verkaufsverpackungen bestimmt, Dämmstoff ist ein Baumaterial. Auch der Restmüll scheidet aus, weil beim Verdichten im Müllfahrzeug Fasern frei werden.

Wie viel Steinwolle nimmt ein Wertstoffhof an?

Üblich sind ein bis zwei Kubikmeter von Privatpersonen. Die Grenzen sind kommunal sehr unterschiedlich, und manche Höfe nehmen Mineralwolle gar nicht. Ein Anruf vorher spart die vergebliche Fahrt mit einem vollen Anhänger.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Abfallschlüssel 17 06 04 für Dämmmaterial, 17 06 03* bei gefährlichen Stoffen.
  2. TRGS 521: Tätigkeiten mit alter Mineralwolle, Fassung vom 4. Mai 2026PDFBundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Vollständiger Regeltext mit Expositionskategorien.
  3. TRGS 521, Nummer 2.3: Begriffsbestimmung alte MineralwolleStichjahr 1996 für alte Mineralwolle, Verwendungsverbot seit Juni 2000, Einstufung krebserzeugend Kategorie 2.

Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.