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Taubenkot entsorgen

Beim Taubenkot ist nicht die Tonne das Problem, sondern der Weg dorthin. Der Staub ist das Gesundheitsrisiko, nicht der Kot selbst.

Kurz gesagt

  • Kleine Mengen gehören gut verpackt in den Restmüll, nicht in die Biotonne und nicht auf den Kompost.
  • Nie trocken kehren. Vorher anfeuchten, sonst atmest du Sporen und Bakterien ein.
  • Handschuhe, Atemschutz und Schutzbrille tragen, auch im Privathaushalt.
  • Größere Mengen, etwa auf einem Dachboden, gehören in die Hand einer Fachfirma.

Das Problem ist der Staub

Taubenkot enthält eine Vielzahl von Mikroorganismen, darunter Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. Der Arbeitsschutz stuft Tätigkeiten mit Taubenkot deshalb in die Schutzstufe 2 nach der Biostoffverordnung ein. Häufig findet sich darin auch Chlamydophila psittaci, der Erreger der Papageienkrankheit, der einer höheren Risikogruppe angehört.

Der entscheidende Punkt: Gefährlich wird das fast nur über die Atemwege. Getrockneter Kot zerfällt beim Kehren zu feinem Staub, und mit dem Staub gelangen Erreger und Sporen in die Luft. Wer feucht arbeitet, entzieht dem Problem seinen Übertragungsweg.

Nie trocken kehren, nie mit dem Hochdruckreiniger arbeiten. Besen, Bürsten und rotierende Geräte auf trockenem Kot sind der schlechteste denkbare Weg, weil sie genau den Staub erzeugen, den man vermeiden will. Der Hochdruckreiniger ist noch schlechter: Er zerstäubt alles zu einem Aerosol, das sich weiträumig verteilt. Richtig ist: gründlich anfeuchten, einwirken lassen, abschaben oder mit einem Staubsauger der Kategorie H aufnehmen.

So gehst du bei kleinen Mengen vor

Ein Balkon, ein Fensterbrett, ein Autodach: Das kann man selbst erledigen, mit ein paar Regeln.

  1. Ausrüstung anlegen. Einweghandschuhe, Atemschutzmaske mindestens FFP2, eng anliegende Schutzbrille, langärmelige Kleidung, die danach in die Wäsche geht.
  2. Anfeuchten. Mit einer Sprühflasche Wasser aufbringen, gern mit etwas Spülmittel, und ein paar Minuten einwirken lassen. Der Kot soll durchweichen, nicht weggespritzt werden.
  3. Aufnehmen. Mit Spachtel oder Schaber abheben und direkt in einen stabilen Beutel geben. Nicht in der Gegend verteilen.
  4. Nachwischen. Mit Wasser und Reinigungsmittel, danach Einwegtücher ebenfalls in den Beutel.
  5. Verschließen. Beutel fest zubinden, in einen zweiten Beutel geben und in den Restmüll.
  6. Hände waschen, Handschuhe entsorgen, Kleidung wechseln.

Warum nicht in die Biotonne

Der Kot ist organisch, das stimmt, und trotzdem gehört er nicht dorthin. Bioabfall wird zu Kompost und Gärresten verarbeitet, die auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden. Kot von Wildvögeln mit möglichen Krankheitserregern hat in diesem Kreislauf nichts verloren. Auf dem eigenen Kompost erst recht nicht: Ein Gartenkompost erreicht nicht die Temperaturen, die Erreger zuverlässig abtöten.

Wann die Fachfirma dran ist

Bei Flächen, auf denen sich über Jahre Kot angesammelt hat, ist die Sache eine andere. Typisch sind Dachböden, Kirchtürme, Speicher, alte Industriegebäude und aufgegebene Taubenschläge. Dort liegen oft mehrere Zentimeter trockener Kot, teils mit Federn, Nestern und toten Tieren.

Solche Arbeiten laufen unter Arbeitsschutzvorgaben mit Vollschutz, Abschottung des Bereichs, Unterdruckhaltung und geeignetem Atemschutz. Das ist nichts, was man an einem Samstag selbst macht, und der Abfall wird gesondert entsorgt. Firmen für Schädlingsbekämpfung und Gebäudesanierung bieten das an.

Damit es nicht wiederkommt

Reinigen allein löst nichts, solange die Tauben denselben Platz weiter nutzen. Wirksam sind bauliche Maßnahmen: Netze vor Nischen, Abdeckungen auf Simsen, verschlossene Einfluglöcher. Von Spikes und Gelen raten Tierschutzverbände ab, sie verletzen die Tiere und wirken oft nur kurz.

Nicht füttern ist der wirksamste Hebel und in vielen Städten ohnehin durch Satzung untersagt. Wer Tauben dauerhaft loswerden will, entzieht ihnen Futter und Nistplatz, alles andere verschiebt das Problem nur zum Nachbarn.

Häufige Fragen

Darf Taubenkot in die Biotonne?

Nein. Er kann Krankheitserreger enthalten, und aus Bioabfall wird Kompost für landwirtschaftliche Flächen. Auch der eigene Komposthaufen wird nicht heiß genug.

Warum soll ich Taubenkot nicht kehren?

Weil dabei Staub entsteht und die Erreger vor allem über die Atemwege aufgenommen werden. Erst anfeuchten, dann abschaben, das entzieht dem Risiko den Übertragungsweg.

Ab wann brauche ich eine Fachfirma?

Bei größeren, über Jahre gewachsenen Ansammlungen, etwa auf Dachböden oder in Türmen. Dort sind Vollschutz, Abschottung und gesonderte Entsorgung nötig.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. BGI 892, Gesundheitsgefährdung durch TaubenkotPDFDeutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung mit Schutzstufe, Atemschutz und Arbeitsverfahren.
  2. Gesundheitsgefährdung durch Taubenkot, Fassung der BG BAUPDFUmweltbundesamt. Nennt die Erreger, das Verbot des trockenen Kehrens und die erforderliche Schutzausrüstung.
  3. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Amtliches Abfallverzeichnis mit allen Abfallschlüsseln.
  4. BioabfallverordnungBundesministerium der Justiz. Vollständiger Verordnungstext, Fremdstoffgrenzwerte in Anlage 1.

Zuletzt geprüft am 8. August 2026. Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.