Kurz gesagt
- Nur ohne Erde ist ein Wurzelstock Grüngut. Mit anhaftendem Erdreich wird er zum kostenpflichtigen Fall.
- In die Biotonne passt er nicht und gehört auch nicht hinein.
- Große Stöcke gehen über Container oder Fachbetrieb, nicht über den normalen Hof.
- Zerkleinern senkt die Kosten, weil nach Volumen abgerechnet wird.
Warum die Erde der Knackpunkt ist
Grüngut wird kompostiert oder vergoren. Beides funktioniert nur mit pflanzlichem Material. Hängt an einem Wurzelstock ein halber Kubikmeter Erde, mit Steinen darin, dann ist die Anlieferung technisch kein Grüngut mehr, sondern ein Gemisch. Und Gemische werden nach dem Bestandteil abgerechnet, der am teuersten zu behandeln ist.
Genau daran scheitert die kostenlose Annahme in der Praxis, nicht am Holz. Wer den Stock vorher abklopft, ausschüttelt und die groben Steine entfernt, ändert damit die Einordnung und oft auch den Preis.
Wohin damit
Wertstoffhof und Grüngutannahme
Kleinere Wurzeln aus dem Staudenbeet oder vom Strauch nehmen die meisten Grüngutplätze an, sofern sie weitgehend erdfrei sind. Für größere Stöcke gilt das oft nicht mehr, und manche Höfe lehnen sie generell ab, weil der Häcksler sie nicht verarbeitet. Vorher anrufen spart die Fahrt, die Annahmestellen deines Kreises stehen in der Übersicht nach Landkreisen.
Container
Bei einer Rodung mit mehreren Stöcken die übliche Lösung. Abgerechnet wird nach Volumen, deshalb lohnt Zerkleinern doppelt: Ein zersägter Stock nimmt einen Bruchteil des Platzes ein, den der ganze braucht. Wichtig ist, den Container sortenrein zu halten, sonst wird aus Grüngut Baumischabfall.
Fachbetrieb und Stubbenfräse
Die Alternative, bei der gar kein Abfall zum Transportieren entsteht: Eine Stubbenfräse zerspant den Stock im Boden bis unter die Grasnarbe. Übrig bleibt Holzhäcksel, das sich im Garten als Mulch verwenden lässt. Für einzelne große Stöcke ist das oft günstiger als Ausgraben, Verladen und Anliefern zusammen.
Der teuerste Fehler ist der volle Anhänger ohne Anruf. Wer mit einem erdigen Wurzelballen am Grüngutplatz steht und abgewiesen wird, fährt zweimal und zahlt am Ende trotzdem. Zwei Fragen vorab klären das: Nehmt ihr Wurzelstöcke, und bis zu welcher Größe?
Was nicht geht
- Biotonne. Ein Wurzelstock passt weder hinein noch durch die Schüttung, und Holz dieser Stärke verarbeitet die Anlage nicht.
- Verbrennen. Dieselbe Lage wie bei allen Gartenabfällen: nach § 28 Absatz 1 KrWG grundsätzlich unzulässig, Ausnahmen regeln die Länder nach Absatz 3 sehr unterschiedlich.
- Im Wald ablegen. Auch ein Wurzelstock ist Abfall, sobald er weg soll.
- Vergraben im eigenen Garten. Als Totholz an einer Ecke liegen lassen ist Verwertung und in Ordnung. Ein tiefes Loch als Entsorgungsweg zu benutzen ist es nicht.
Wenn der Baum krank war
Bei einem Stock aus einem Baum mit einer meldepflichtigen Krankheit oder mit Quarantäneschädlingen gelten Sonderregeln, und dann gehört das Material nicht in den normalen Kreislauf. In dem Fall entscheidet die zuständige Pflanzenschutzstelle, nicht der Wertstoffhof. Das betrifft wenige Fälle, ist aber der einzige, in dem eine falsche Entsorgung mehr anrichtet als Kosten.
Häufige Fragen
Nimmt der Wertstoffhof Wurzelstöcke an?
Kleinere meist ja, sofern sie weitgehend erdfrei sind. Große Stöcke lehnen viele Höfe ab, weil der Häcksler sie nicht verarbeitet. Ein Anruf vorher klärt beides.
Warum kostet mein Wurzelballen etwas, der Heckenschnitt aber nicht?
Wegen der Erde. Mit anhaftendem Erdreich ist die Anlieferung kein reines Grüngut mehr, und Gemische werden nach dem teuersten Bestandteil abgerechnet. Abklopfen hilft.
Lohnt sich eine Stubbenfräse?
Bei einzelnen großen Stöcken oft ja, weil Ausgraben, Verladen, Transport und Annahme zusammen teurer werden. Das entstehende Häckselgut lässt sich im Garten als Mulch verwenden.
Darf ich den Stock im Garten vergraben?
Als Totholz liegen lassen ist Verwertung und zulässig. Ein Loch als Entsorgungsweg zu nutzen ist es nicht, dafür braucht es eine zugelassene Anlage nach § 28 Absatz 1 KrWG.
Wo gilt das bei dir?
Zuständig ist dein Landkreis, und der regelt selbst, wo du das abgeben kannst. Wir haben die Annahmestellen aus allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten gesammelt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Kreislaufwirtschaftsgesetz § 28, Ordnung der Abfallbeseitigung
- Kreislaufwirtschaftsgesetz § 17, Überlassungspflichten
- Bioabfall verwerten und Kompost für den eigenen Garten gewinnen
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.