Kurz gesagt
- Energiesparlampen enthalten Quecksilber und gehören nie in den Restmüll.
- Abgabe am Wertstoffhof, beim Schadstoffmobil, im Handel oder in einer Lightcycle-Box.
- Abfallschlüssel 20 01 21*, das Sternchen steht für gefährlichen Abfall.
- Bei Bruch: 15 bis 20 Minuten stoßlüften und den Raum dabei verlassen.
- Scherben mit Karton und feuchtem Papiertuch aufnehmen, nicht mit dem Staubsauger.
Warum der Restmüll ausgeschlossen ist
Die Energiesparlampe ist technisch eine zusammengefaltete Leuchtstoffröhre, eine Kompaktleuchtstofflampe. In der Röhre steht Quecksilberdampf, in sehr kleiner Menge, aber es ist eben Quecksilber. Die Abfallverzeichnis-Verordnung führt sie deshalb unter 20 01 21*, und das Sternchen bedeutet: gefährlicher Abfall.
In der Restmülltonne zerbricht so eine Lampe mit Sicherheit, spätestens im Pressfahrzeug. Dann ist das Quecksilber frei, und es ist an einer Stelle frei, an der niemand darauf eingerichtet ist. Genau das ist der Grund für die getrennte Sammlung, nicht eine abstrakte Vorschrift.
Sammelgruppe 3: Lampen
Das Elektrogesetz teilt Altgeräte in § 14 in sechs Sammelgruppen ein. Lampen sind die Gruppe 3 und damit ein eigener Behälter am Wertstoffhof, nicht der Korb für Kleingeräte. Der Grund ist das Quecksilber in den Gasentladungslampen: Es darf nicht in eine Charge geraten, die geschreddert wird.
Rückgabe im Handel
Nach § 17 des Elektrogesetzes müssen zwei Gruppen von Händlern Altlampen zurücknehmen: Geschäfte mit mindestens 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte und Lebensmittelhändler mit mindestens 800 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche, sofern sie Lampen im Sortiment führen.
Für kleine Altgeräte gilt die Rücknahme ohne Kaufzwang: Was in keiner Abmessung größer als 25 Zentimeter ist, musst du nur abgeben wollen, bis zu drei Stück je Geräteart. Jede handelsübliche Lampe fällt darunter. Dazu kommen die Sammelboxen von Lightcycle, die es nach Angaben des Umweltbundesamts an über 9.000 Stellen gibt, oft in Baumärkten und Elektromärkten.
Wenn eine Lampe zerbricht
Das ist der Fall, wegen dem die meisten Leute überhaupt nachsehen. Die Menge Quecksilber in einer Lampe ist klein, und licht.de weist darauf hin, dass die Konzentrationen im Raum deutlich unter den Grenzwerten bleiben. Trotzdem gibt es ein sinnvolles Vorgehen, und es ist einfach:
Erst lüften, dann aufräumen. Fenster weit auf, 15 bis 20 Minuten stoßlüften und den Raum während dieser Zeit verlassen. Danach Einweghandschuhe anziehen, größere Bruchstücke mit einem festen Karton zusammenkehren, kleinere Splitter mit einem angefeuchteten Papiertuch oder mit Klebeband aufnehmen. Alles zusammen, auch Handschuhe und Tuch, in ein Schraubglas oder einen luftdicht verschließbaren Beutel und zur nächsten Sammelstelle für Altlampen bringen.
Den Staubsauger lässt man stehen. Er wirbelt auf, was sich gerade gesetzt hat. Wenn er doch im Einsatz war, gehören Beutel und Feinstaubfilter danach in den Restmüll und nicht zurück ins Gerät.
Was nicht nötig ist: Panik, eine Fachfirma oder das Räumen der Wohnung. Es geht um wenige Milligramm in einem gelüfteten Raum.
Neu kaufen kann man sie kaum noch
Kompaktleuchtstofflampen ohne integriertes Vorschaltgerät dürfen seit dem 25. Februar 2023 nicht mehr in Verkehr gebracht werden, für die Allgemeinbeleuchtung greift nach der EU-Verordnung 2024/1849 der 31. Dezember 2025. Vorhandene Lampen darfst du weiter benutzen. Praktisch heißt das: Die Energiesparlampen, die jetzt noch in Haushalten stecken, kommen in den nächsten Jahren alle zur Sammlung, und ein Ersatz durch LED ist beim nächsten Ausfall ohnehin der Regelfall.
Der Unterschied zur LED
Beide sitzen in derselben Fassung und werden oft verwechselt. Die Energiesparlampe braucht nach dem Einschalten einen Moment, bis sie hell wird, und hat meist eine gewendelte oder mehrfach gebogene Röhre. Die LED ist sofort hell und hat einen kompakten, oft milchigen Kolben mit einem dickeren Sockel. Für den Weg zur Sammelstelle spielt der Unterschied keine Rolle, beide gehören in dieselbe Gruppe. Für den Umgang mit Scherben spielt er sehr wohl eine Rolle.
Häufige Fragen
Darf eine Energiesparlampe in den Restmüll?
Nein, unter keinen Umständen. Sie enthält Quecksilber und läuft unter dem Abfallschlüssel 20 01 21* als gefährlicher Abfall. In der Tonne zerbricht sie und setzt das Quecksilber frei.
Was tue ich, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?
15 bis 20 Minuten stoßlüften und den Raum dabei verlassen. Danach mit Handschuhen die Bruchstücke mit festem Karton zusammenkehren, kleine Splitter mit feuchtem Papiertuch oder Klebeband aufnehmen, alles in ein Schraubglas geben und zur Sammelstelle bringen.
Darf ich die Scherben aufsaugen?
Besser nicht, der Staubsauger wirbelt auf. War er trotzdem im Einsatz, entsorge Beutel und Feinstaubfilter danach im Restmüll.
Wie viel Quecksilber steckt in einer Lampe?
Nur wenige Milligramm. Nach Darstellung von licht.de bleiben die Konzentrationen im Raum auch nach einem Bruch deutlich unter den Grenzwerten, wenn gelüftet wird.
Gibt es Energiesparlampen überhaupt noch zu kaufen?
Kaum. Für Modelle ohne integriertes Vorschaltgerät gilt seit dem 25. Februar 2023 ein Verkehrsverbot, für die Allgemeinbeleuchtung seit dem 31. Dezember 2025. Vorhandene Lampen dürfen weiter benutzt werden.
Wo gilt das bei dir?
Zuständig ist dein Landkreis, und der regelt selbst, wo du das abgeben kannst. Wir haben die Annahmestellen aus allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten gesammelt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
- Wohin mit kaputten Lampen?
- Was tun bei Lampenbruch?
- Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 14, Sammelgruppen
- Zeitplan und Uebersichten zum Lampenausstieg
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.