Kurz gesagt
- Lithium-Akkus gehören nie in den Hausmüll, sie sind eine Hauptursache für Brände in Sortieranlagen.
- Pole abkleben, dann kostenlos in die Sammelbox im Handel oder auf den Wertstoffhof.
- Aufgeblähte oder beschädigte Akkus nicht mehr laden, nicht in der Wohnung lagern, zügig abgeben.
- Fest verbaute Akkus bleiben im Gerät, das Gerät geht als Elektroaltgerät.
Was beim thermischen Durchgehen passiert
Eine Lithium-Ionen-Zelle speichert viel Energie auf engem Raum. Wird sie gequetscht, durchstochen, überhitzt oder kurzgeschlossen, kann eine Kettenreaktion einsetzen, die die Fachwelt thermisches Durchgehen nennt: Die Zelle heizt sich selbst weiter auf, setzt brennbare Gase frei und erreicht Temperaturen, bei denen benachbarte Zellen mitgehen.
Das Unangenehme daran ist, dass sich so ein Brand mit Wasser kaum ersticken lässt, weil der Sauerstoff aus der Zelle selbst kommt. Feuerwehren kühlen solche Akkus über Stunden. Genau deshalb sind Brände in Abfallfahrzeugen und Sortieranlagen in den vergangenen Jahren deutlich häufiger geworden.
Pole abkleben. Der häufigste Auslöser ist kein Sturz, sondern ein Kurzschluss zwischen zwei Zellen, die in derselben Kiste liegen. Ein Streifen Isolier- oder Klebeband über die Kontakte unterbricht das. Bei Akkupacks von Werkzeug sind es die blanken Kontaktzungen, bei Powerbanks die USB-Buchsen, bei Rundzellen beide Enden.
Wohin damit
Sammelbox im Handel
Lithium-Akkus sind Gerätebatterien, also greift § 14 BattDG: Jeder Händler, der solche Batterien führt oder geführt hat, nimmt sie unentgeltlich zurück, unabhängig von Marke und Herkunft. Elektromärkte, Baumärkte und Drogerien haben Sammelboxen im Eingang.
Wertstoffhof
Der bessere Weg für große Akkupacks aus Werkzeug, für Modellbauakkus und für alles, was auffällig warm, dick oder beschädigt ist. § 15 BattDG verpflichtet den Entsorgungsträger zur kostenlosen Annahme. Sag beim Abgeben, wenn ein Akku beschädigt ist, damit er getrennt gelagert wird.
Wenn der Akku aufgebläht ist
Eine sich wölbende Zelle ist ein ernstes Warnzeichen: Im Inneren hat sich Gas gebildet, die Zellchemie ist gestört. Das gilt für Handyakkus, die das Display herausdrücken, für dicke Powerbanks und für Laptopakkus, die das Gehäuse aufbiegen oder das Gerät kippeln lassen.
- Nicht mehr laden und nicht mehr benutzen.
- Nicht durchstechen, nicht öffnen, nicht zusammendrücken, auch nicht, um ihn flach zu bekommen.
- Nicht in der Wohnung lagern. Bis zur Abgabe an einen kühlen Ort ohne Brennbares in der Nähe, etwa auf Stein im Freien oder in einem Metalleimer mit Sand.
- Zügig abgeben und die Annahmestelle auf den Zustand hinweisen.
Ein Akku, der bereits geraucht hat oder heiß geworden ist, gehört nicht mehr ins Auto. In dem Fall bei der Kommune nach der Schadstoffannahme fragen und den Zustand am Telefon schildern.
Fest verbaut oder herausnehmbar
Lässt sich der Akku ohne Gewalt entnehmen, nimm ihn heraus und gib ihn getrennt ab. Er geht dann direkt in die Batterieverwertung.
Ist er verklebt oder verschraubt, bleibt er drin. § 6 BattDG nimmt eingebaute Batterien von der Trennpflicht aus, dafür gilt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, und das ganze Gerät geht als Elektroaltgerät. Brich nichts heraus, ein aufgeschlitzter Akku ist gefährlicher als ein ganzes Gerät.
Wo überall Lithium steckt
Deutlich mehr Geräte als vermutet, und viele davon werden achtlos weggeworfen:
- Handy, Tablet, Laptop, Kamera, Bluetooth-Kopfhörer und Lautsprecher
- Akkuwerkzeug, Staubsaugerroboter, elektrische Zahnbürste, Rasierer
- Powerbanks, siehe Powerbank entsorgen
- Einweg-E-Zigaretten, Vapes und blinkende Werbeartikel
- Grußkarten mit Sound, Kinderspielzeug, Fahrradlampen
- E-Bike- und E-Scooter-Akkus, die aber eine eigene Kategorie sind, siehe E-Bike-Akku entsorgen
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen Lithium-Akku?
Am Aufdruck: Li-Ion, Li-Po oder Lithium steht fast immer auf der Zelle. Als Faustregel gilt: Alles Wiederaufladbare in modernen Geräten ist Lithium, ebenso flache Knopfzellen mit der Kennung CR.
Darf ich einen Lithium-Akku mit der Post verschicken?
Nur eingeschränkt. Lithium-Akkus sind Gefahrgut, beschädigte oder aufgeblähte Zellen sind vom Versand ausgeschlossen. Für die Entsorgung ist der Weg über Handel oder Wertstoffhof ohnehin der einfachere.
Was mache ich mit einem Akku, der schon geraucht hat?
Nicht ins Auto und nicht in die Wohnung. An einen unbrennbaren Ort im Freien bringen und bei der Kommune nach der Schadstoffannahme fragen, dabei den Zustand schildern.
Muss ich den Akku vor der Abgabe entladen?
Nein, und du solltest es auch nicht erzwingen. Tiefentladung schadet der Zelle zusätzlich. Pole abkleben genügt.
Wo gilt das bei dir?
Zuständig ist dein Landkreis, und der regelt selbst, wo du das abgeben kannst. Wir haben die Annahmestellen aus allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten gesammelt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Batterierecht-Durchführungsgesetz § 6, Pflichten des Endnutzers
- Batterierecht-Durchführungsgesetz § 14, Rücknahmepflichten der Händler
- DGUV Information 205-041: Brandschutz beim Umgang mit Lithium-Ionen-BatterienPDF
- Rückgabepflicht für Batterien und Akkus
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.