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Ytong entsorgen

Ytong sieht aus wie Bauschutt, verhält sich aber nicht so. Weil dem Material die Gesteinskörnung fehlt, lässt es sich nicht zu Recyclingschotter aufbereiten. Der Bauschutt-Container ist deshalb der falsche Platz.

Kurz gesagt

  • Ytong ist ein Markenname, das Material heißt Porenbeton und wird auch als Gasbeton verkauft.
  • Es gehört nicht in den Bauschutt-Container, weil es keine Gesteinskörnung enthält und zu porös ist.
  • Sortenrein läuft es unter 17 01 01, im Gemisch mit Bauschutt unter 17 01 07.
  • Anlaufstelle ist meist die Deponie-Annahmestelle oder ein Recyclingzentrum, nicht jeder Wertstoffhof nimmt es an.

Ein Markenname für ein Material

Ytong ist keine Materialbezeichnung, sondern eine Marke. Das Material heißt Porenbeton und wird unter mehreren Namen verkauft, im Sprachgebrauch auch Gasbeton. Hergestellt wird es aus Kalk, Sand, Zement und Wasser mit einem Treibmittel, meist Aluminiumpulver, das den Baustoff aufschäumt. Genau dieses Aufschäumen ist der Grund für alles, was bei der Entsorgung anders läuft.

Warum es nicht in den Bauschutt gehört

Bauschutt wird gebrochen, gesiebt und als Recyclingschotter im Wege- und Straßenbau wieder eingebaut. Dafür braucht das Material Festigkeit und eine Gesteinskörnung, also Sand und Kies im Gefüge. Die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden fassen das so zusammen: Porenbeton sei ein sehr poröses Material, das keine Gesteinskörnung enthalte und sich deshalb nicht zu Recyclingmaterial verarbeiten lasse. Übrig bleibt derzeit die Deponierung.

Für den Bauschutt-Container bedeutet das: Ein paar Porenbetonsteine dazwischen können die ganze Ladung entwerten. Sie lassen sich beim Brechen nicht aussortieren, mahlen zu Feinanteil und verschlechtern die Qualität des Schotters. Deshalb steht Porenbeton bei vielen Entsorgern ausdrücklich auf der Liste der Stoffe, die nicht in den Bauschutt dürfen, obwohl er mineralisch ist.

Mineralisch heißt nicht automatisch Bauschutt. Porenbeton besteht aus denselben Grundstoffen wie normaler Beton und sieht im Container genauso aus. Entscheidend ist nicht die Herkunft des Materials, sondern ob der Verwerter damit etwas anfangen kann. Dasselbe Muster gilt für Gips: chemisch harmlos, im Recyclingschotter aber unerwünscht.

Wohin damit

Der übliche Weg führt zur Annahmestelle einer Deponie oder zu einem größeren Recyclingzentrum. Kleinere Wertstoffhöfe nehmen Porenbeton oft gar nicht an, weil sie keine eigene Fraktion dafür vorhalten, und verweisen weiter. Ein Anruf vor der Fahrt ist hier mehr wert als bei jedem anderen Bauabfall, weil der Unterschied zwischen Annahme und Abweisung von der Ausstattung des einzelnen Hofs abhängt.

Wer eine größere Menge hat, etwa nach dem Abbruch einer Trennwand, fragt beim Containerdienst gezielt nach einem Behälter für Porenbeton. Viele Anbieter haben diese Kategorie, sie wird nur selten von sich aus angeboten.

Die Abfallschlüssel

Sortenrein gesammelter Porenbeton läuft in der Praxis unter 17 01 01, dem Schlüssel für Beton. Kommt er zusammen mit Ziegeln, Fliesen oder Beton in einen Behälter, greift 17 01 07 für Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik. Entsorger verlangen dabei häufig den ausdrücklichen Hinweis, dass Porenbeton enthalten ist, weil das den Verwertungsweg der ganzen Charge bestimmt.

Ein Sonderfall: alte Platten mit Beschichtung

Porenbeton selbst ist unkritisch. Problematisch wird es durch das, was darauf oder daran haftet. Alte Dachplatten können mit Bitumen beschichtet sein, Innenwände tragen Fliesen, Putz oder Kleber. Für die Annahmestelle ändert das die Einstufung, deshalb gehört es bei der Anlieferung erwähnt. Bei Gebäuden aus der Zeit vor 1993 kommt zusätzlich die Frage nach asbesthaltigen Klebern und Spachtelmassen dazu, die sich nur im Labor klären lässt.

Häufige Fragen

Kann ich ein paar Ytong-Steine im Bauschutt mitgeben?

Besser nicht. Ob es auffällt, hängt vom Entsorger ab, aber die Ladung kann beim Kippen umklassifiziert und nachberechnet werden. Bei einer Handvoll Reste ist der Wertstoffhof oder die Deponie-Annahmestelle der saubere Weg, bei größeren Mengen ein eigener Behälter.

Ist Ytong gefährlicher Abfall?

Nein. Porenbeton ist mineralisch und enthält keine gefährlichen Stoffe, das Aluminiumpulver aus der Herstellung ist im fertigen Stein vollständig umgesetzt. Er wird nur deshalb getrennt gehalten, weil er sich nicht zu Recyclingschotter aufbereiten lässt.

Kann man Porenbeton wiederverwenden?

Ganze, saubere Steine lassen sich gut weiterverwenden, etwa für Trennwände, Hochbeete oder Kleintierställe. Das ist die sinnvollste Lösung, weil das Material sonst deponiert wird. Bruchstücke eignen sich wegen der offenen Poren nicht als Drainagematerial, sie saugen sich voll und frieren auf.

Gehört Ytong-Staub in den Restmüll?

Kleine Mengen Schleifstaub und Bruch aus dem Sägen sind im Restmüll unproblematisch, sofern die örtliche Satzung nichts anderes sagt. Größere Mengen gehören zum Material, mit dem sie angefallen sind.

Ist Kalksandstein dasselbe?

Nein. Kalksandstein ist dicht und schwer und wird von vielen Entsorgern als normaler Bauschutt angenommen. Porenbeton ist leicht und porös. Wer unsicher ist, prüft das Gewicht: Ein Porenbetonstein schwimmt anfangs auf Wasser, ein Kalksandstein sinkt sofort.

Wo gilt das bei dir?

Zuständig ist dein Landkreis, und der regelt selbst, wo du das abgeben kannst. Wir haben die Annahmestellen aus allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten gesammelt.

Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Entsorgungswege für Ytong, Gas- und PorenbetonEntsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden. Begründet, warum Porenbeton nicht in den Bauschutt gehört: ein sehr poröses Material ohne Gesteinskörnung, das sich nicht zu Recyclingmaterial aufbereiten lässt.
  2. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Amtliches Abfallverzeichnis mit allen Abfallschlüsseln.
  3. Gewerbeabfallverordnung § 8, Getrennte Sammlung von Bau- und AbbruchabfällenBundesministerium der Justiz. Absatz 1 zählt die zehn getrennt zu sammelnden Fraktionen mit Abfallschlüssel auf. Die oft zitierte Grenze von 10 Kubikmetern steht in Absatz 3 und befreit nur von der Dokumentation, nicht von der Trennpflicht.

Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.


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