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Gardinen entsorgen

Gardinen sind Textil und gehören in die Sammlung. Der Haken sitzt im Saum: Viele ältere Vorhänge haben ein Bleiband eingenäht, und Blei hat in einer Textilcharge nichts zu suchen.

Kurz gesagt

  • Gardinen und Vorhänge gehören in die Textilsammlung, auch ausgeblichene.
  • Bleiband im Saum vorher heraustrennen, es ist Schadstoff und ruiniert die Charge.
  • Verdunkelungsvorhänge mit Gummi- oder Acrylrücken sind Verbund und damit Restmüll.
  • Schienen und Stangen sind Altmetall, Ringe und Haken aus Kunststoff Restmüll.
  • Gut erhaltene Vorhänge nehmen Basare und soziale Einrichtungen gern an.

Der Normalfall: Textilsammlung

Gardinen, Stores und Übergardinen sind Heimtextilien und fallen damit unter die Getrenntsammelpflicht, die seit dem 1. Januar 2025 gilt. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz führt Textilabfälle in § 20 Absatz 2 ausdrücklich auf. Der Restmüll ist für sie also nicht mehr vorgesehen, auch dann nicht, wenn sie vergilbt oder eingerissen sind.

Für die Verwertung sind Gardinen sogar dankbares Material: große, zusammenhängende Stoffbahnen, meist aus Polyester, ohne Knöpfe und Reißverschlüsse. Was nicht mehr als Vorhang taugt, wird zu Fasern aufgelöst.

Das Bleiband: der Grund, warum man den Saum ansehen sollte

In den unteren Saum vieler Gardinen ist ein Beschwerungsband eingenäht, damit der Stoff gerade fällt. Bei älteren Vorhängen besteht es aus kleinen Bleikugeln in einem Textil- oder Kunststoffschlauch, 14 bis 400 Gramm je Meter. Man erkennt es an einem auffällig schweren, wulstigen Saum, der sich zwischen den Fingern körnig anfühlt.

Solange die Gardine hängt, ist das ungefährlich, der Schlauch schirmt das Blei ab. Bei der Entsorgung ist es das Gegenteil von harmlos. Blei ist giftig und gehört nicht in eine Textilcharge, die zu Dämmvlies oder Putzlappen verarbeitet wird.

Bleiband heraustrennen, bevor die Gardine in die Sammlung geht. Der Saum ist meist nur an den Enden geschlossen, oft lässt sich das Band nach dem Auftrennen einer Naht komplett herausziehen. Das Band gehört zur Schadstoffsammlung oder zum Wertstoffhof, der Stoff danach ganz normal in die Textilsammlung. Wer unsicher ist, ob Blei oder Stahl im Saum steckt, gibt das Band im Zweifel als Schadstoff ab.

Neuere Vorhänge haben oft Stahlkugeln oder Kunststoffgewichte statt Blei, seit 2018 ist Blei in der EU streng reguliert. Ansehen lohnt trotzdem, denn Gardinen hängen selten nur ein paar Jahre.

Verdunkelung und Beschichtung

Thermo- und Verdunkelungsvorhänge haben auf der Rückseite eine Schicht aus Acryl, Gummi oder Schaum. Diese Schicht lässt sich nicht vom Gewebe trennen, damit ist der Vorhang ein Verbund und kein verwertbares Textil. Er gehört in den Restmüll.

Dasselbe gilt für Vorhänge, die verschimmelt, stark verschmutzt oder mit Schadstoffen behaftet sind. Diese Ausnahme steht ausdrücklich in der Regelung zur Getrenntsammlung.

Was sonst noch am Fenster hängt

Zur Gardine gehört meist mehr als der Stoff, und die Teile gehen verschiedene Wege.

TeilWohin
Gardinenstange, Schiene aus Aluminium oder StahlAltmetall am Wertstoffhof
Kunststoffschiene, Laufrollen, Ringe, HakenRestmüll
Gardinenband am oberen Randkann dranbleiben, es ist Textil
Duschvorhang aus PVC oder PEVARestmüll, kein Textil
Rollo mit KunststoffbahnRestmüll, Kassette und Welle als Altmetall

Der Duschvorhang ist der häufigste Irrtum in dieser Aufzählung. Er sieht aus wie ein Vorhang, besteht aber aus Kunststofffolie und ist keine Verkaufsverpackung. In die Textilsammlung gehört er nicht und in den Gelben Sack auch nicht.

Bevor sie in die Sammlung gehen

Gardinen sind ein Klassiker unter den Dingen, die noch gut sind und trotzdem niemand haben will, weil sie selten in fremde Fenstermaße passen. Zwei Adressen nehmen sie trotzdem regelmäßig an: Basare für einen guten Zweck und soziale Einrichtungen, die Wohnungen für Menschen einrichten, die bei null anfangen. Beide brauchen genau solche Haushaltstextilien und finden sie selten in Spenden.

Wo du diese Stellen in deinem Ort findest, steht ausführlicher auf der Seite zur Haushaltsauflösung. Und wenn ohnehin Stoff übrig bleibt: Große Bahnen sind für Nähprojekte, als Pflanzenschutz im Garten und als Malerabdeckung gefragt.

Häufige Fragen

Muss das Bleiband wirklich heraus?

Ja, wenn eines drin ist. Blei ist giftig und verunreinigt die Charge, aus der Dämmvlies oder Putzlappen entstehen. Der Aufwand ist gering: eine Naht am Saumende auftrennen und das Band herausziehen.

Woran erkenne ich ein Bleiband?

Am unteren Saum. Er ist auffällig schwer und wulstig, und durch den Stoff fühlt man einzelne Kugeln. Neuere Vorhänge haben oft Stahl statt Blei, das lässt sich von außen nicht unterscheiden. Im Zweifel gibst du das Band als Schadstoff ab.

Gehören Gardinen in den Gelben Sack?

Nein. Der Gelbe Sack nimmt nur Verkaufsverpackungen auf. Eine Gardine ist ein Gebrauchsgegenstand, unabhängig davon, ob sie aus Polyester besteht.

Was ist mit vergilbten Gardinen?

Die gehören trotzdem in die Textilsammlung. Vergilbung und dünne Stellen stören die Faserverwertung nicht. Nur verschimmelte oder stark verschmutzte Ware bleibt Restmüll.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Kreislaufwirtschaftsgesetz § 20Bundesministerium der Justiz. Pflichten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und die acht getrennt zu sammelnden Abfallarten.
  2. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Amtliches Abfallverzeichnis mit allen Abfallschlüsseln.
  3. BleibandBand aus kleinen Blei- oder Stahlkugeln in einem Schlauch aus Textil oder Kunststoff, eingenäht in den unteren Saum von Gardinen und Duschvorhängen, 14 bis 400 Gramm je Meter. Blei ist giftig und in der EU seit 2018 streng reguliert; der Schlauch schirmt es im Gebrauch ab, bei der Entsorgung nicht.
  4. Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien ab 01.01.2025Berliner Stadtreinigung. Erläutert die Pflicht und die Ausnahme für verschmutzte Textilien.

Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.


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