Kurz gesagt
- Katzenstreu gehört immer in den Restmüll, mineralisches wie pflanzliches.
- Auch als kompostierbar verkauftes Streu nicht in die Biotonne. Der Grund ist nicht das Material, sondern der Kot.
- Nie in die Toilette, auch nicht das als spülbar beworbene. Klumpstreu bindet Wasser und setzt das Rohr zu.
- In stabilen, verschlossenen Beuteln entsorgen, sonst staubt es beim Pressen im Müllfahrzeug.
Der Grund ist der Kot, nicht das Streu
Die Verpackung sagt „pflanzlich, kompostierbar“, und die Biotonne steht daneben. Trotzdem ist sie der falsche Weg, und das liegt nicht am Streu, sondern an dem, was drin ist.
Katzen können Toxoplasma gondii ausscheiden, den Erreger der Toxoplasmose. Er verlässt den Darm als widerstandsfähige Dauerform, als Oozyste, und die übersteht die Bedingungen einer Kompostieranlage. Was danach als fertiger Kompost auf Beete und Felder geht, kann die Erreger mitnehmen und sie im Boden über Monate lebensfähig halten. Für die meisten Menschen ist eine Toxoplasmose harmlos, für Schwangere und Immungeschwächte ist sie es nicht. Deshalb schließen die Entsorger Katzenstreu seuchenhygienisch aus, quer durch die Republik und unabhängig vom Material.
„Kompostierbar“ ist eine Aussage über das Material, keine Freigabe für die Tonne. Das gilt hier wie bei den kompostierbaren Müllbeuteln, nur aus einem anderen Grund: Dort ist es die Zersetzungsdauer, hier die Hygiene. Und selbst wo eine Kommune pflanzliches Streu ausnahmsweise zulässt, bezieht sich das auf unbenutztes Streu, etwa einen Restposten, den man aussortiert.
Der Restmüll ist genau deshalb richtig
Restmüll wird in Deutschland verbrannt. Bei diesen Temperaturen ist die Frage nach Erregern erledigt, und zwar vollständig. Das ist derselbe Mechanismus, der auch bei Altmedikamenten den Hausmüll zum vorgesehenen Weg macht.
Praktisch heißt das: in einen stabilen, gut verschlossenen Beutel und dann in die graue Tonne. Nicht lose einfüllen. Mineralisches Streu ist schwer und staubt, und der Staub verteilt sich beim Pressen im Fahrzeug. Zwei dünne Beutel ineinander sind zuverlässiger als einer, der beim Zuknoten reißt.
Warum die Toilette der schlechteste Weg ist
Klumpendes Streu auf Bentonitbasis ist Tonmineral. Seine ganze Funktion besteht darin, Flüssigkeit aufzunehmen und dabei aufzuquellen. Genau das tut es auch im Abflussrohr, nur dass es dort nicht wieder herauskommt. Ein einzelner Klumpen mag durchgehen, die Menge einer Katzentoilette geht es nicht.
Auch die als spülbar beworbenen pflanzlichen Sorten sind keine gute Idee. Sie lösen sich zwar besser auf, aber das Toxoplasmose-Problem bleibt, und die Kläranlage hält die Oozysten nicht zurück. Von dort gelangen sie in den Vorfluter. In Küstenregionen anderer Länder ist der Eintrag über das Abwasser gut dokumentiert, weil er dort Meeressäuger trifft.
Mineralisch oder pflanzlich
Für die Entsorgung ändert die Sorte nichts, beide gehen in den Restmüll. Für die Menge, die dabei anfällt, macht sie einen erheblichen Unterschied:
| Sorte | Was das für den Abfall bedeutet |
|---|---|
| Bentonit, klumpend | Sehr schwer, dafür wird nur der Klumpen entfernt. Die Tonne wird schnell voll und schwer, das Nachfüllintervall ist lang. |
| Silikatgel | Leicht, saugt stark, muss seltener gewechselt werden. Mengenmäßig der kleinste Abfall. |
| Holzfaser, Pellets | Leicht, zerfällt zu Sägemehl. Wird als Ganzes häufiger gewechselt, deshalb mehr Volumen. |
| Stroh, Papier, Mais | Sehr leicht, aber geringe Saugkraft, deshalb häufiger Komplettwechsel. |
Wer das Volumen im Restmüll drücken will, fährt mit klumpendem Streu und täglichem Absieben am besten: Es wird nur das entfernt, was wirklich verschmutzt ist, statt die ganze Füllung. Die Tonne wird dabei schwerer, aber nicht so schnell voll.
Kleintierstreu ist ein anderer Fall
Einstreu von Kaninchen, Meerschweinchen, Hamstern und Vögeln hat das Toxoplasmose-Problem nicht. Pflanzliche Einstreu dieser Tiere darf in vielen Kommunen in die Biotonne, und auf dem eigenen Kompost ist sie sogar ein guter Strukturgeber. Die Grenze verläuft also nicht beim Wort Tierstreu, sondern bei der Katze. Was bei dir gilt, steht in der Trennliste deines Entsorgers.
Häufige Fragen
Darf pflanzliches Katzenstreu in die Biotonne?
In aller Regel nicht, obwohl das Material dafür geeignet wäre. Der Ausschluss ist seuchenhygienisch begründet: Katzenkot kann Toxoplasmose-Erreger enthalten, die die Kompostierung überstehen und über den fertigen Kompost in den Boden gelangen. Die Aufschrift „kompostierbar“ bezieht sich auf das Streu, nicht auf seinen Inhalt.
Kann ich Katzenstreu auf den eigenen Kompost geben?
Nein. Ein Gartenkomposter erreicht die Temperaturen einer technischen Anlage bei Weitem nicht, dort überleben die Erreger erst recht. Und der fertige Kompost landet meistens genau dort, wo man ihn nicht haben will, nämlich im Gemüsebeet.
Ist Klumpstreu spülbar?
Nein, auch wenn einzelne Produkte das behaupten. Bentonit quillt beim Kontakt mit Wasser auf, das ist sein Funktionsprinzip, und im Rohr wirkt es genauso. Bei den pflanzlichen, tatsächlich zerfallenden Sorten bleibt das hygienische Problem bestehen, weil die Kläranlage die Erreger nicht zurückhält.
Wie viel Katzenstreu fällt eigentlich an?
Als grobe Hausnummer acht bis zwölf Kilogramm im Monat je Katze, stark abhängig von der Sorte und davon, wie oft komplett gewechselt wird. Bei mineralischem Streu ist das Gewicht das Problem, bei pflanzlichem das Volumen. Wer eine gewichtsabhängige Restmüllgebühr hat, merkt den Unterschied auf der Rechnung.
Und die Einstreu vom Kaninchen?
Die ist unproblematisch. Pflanzliche Einstreu von Kleintieren und Vögeln darf in vielen Kommunen in die Biotonne und eignet sich auf dem eigenen Kompost gut als Strukturmaterial. Der Sonderfall ist die Katze, nicht das Tierstreu allgemein.
Wo gilt das bei dir?
Was in die Restmülltonne darf, regelt jede Kommune etwas anders. Der Wertstoffhof deines Kreises nimmt im Zweifel auch das an, was die Tonne stehen lässt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Warum Katzenstreu nicht in die Biotonne gehörtPDF
- Bioabfallverordnung
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
- Kreislaufwirtschaftsgesetz § 20
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.