Kurz gesagt
- Laminat ist kein Sondermüll. Die Frage ist nicht ob, sondern über welchen Weg.
- Der Landkreis entscheidet: Sperrmüll, gebührenpflichtiges Altholz oder Baumischabfall. Alle drei Einordnungen gibt es, belegt an drei Abfallberatungen.
- Nicht in den offenen Kamin. Dort ist nur naturbelassenes Holz zulässig (§ 4 Abs. 4 der 1. BImSchV).
- Bei Altbauten ist der Kleber darunter das Risiko, nicht das Laminat: Schwarzer Kleber kann PAK und Asbest enthalten.
Warum es keine einheitliche Antwort gibt
Laminat besteht aus einer Trägerplatte aus HDF oder MDF, also unter Druck verleimten Holzfasern, meist mit Melaminharz als Klebstoff. Darauf liegt ein Dekorpapier mit einer Deckschicht aus melamingetränkten Papieren, auf der Unterseite sitzt eine Papier- oder Kunststoffschicht gegen das Verziehen. Gefährlicher Abfall ist das nicht, auch ein Entsorger wie Berlin Recycling stuft es so ein.
Die Altholzverordnung rechnet zu Gebrauchtholz auch Holzwerkstoffe und Verbundstoffe mit mehr als 50 Masseprozent Holz. Verleimtes oder beschichtetes Holz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel ist danach Altholzkategorie A II. Laminat nennt die Verordnung allerdings nicht beim Namen, die Zuordnung ist eine Folgerung aus dieser Definition. Wie es am Ende tatsächlich angenommen wird, legt die Kommune fest, und die legt es unterschiedlich fest:
| Wo | Einordnung laut Abfallberatung |
|---|---|
| Landkreis Friesland | Altholz aus Bauarbeiten, kostenpflichtig, ausdrücklich kein Sperrmüll. Nur Kleinmengen sind im Restabfall zugelassen. |
| Landkreis Mansfeld-Südharz | Baumischabfall, kein Sperrmüll. Die Abfallsatzung nimmt Laminat und andere Holz-Abfälle aus Bau- und Renovierungsarbeiten vom Sperrmüll aus. Eine Abholung lässt sich dafür nicht anmelden. |
| Berlin | Sperrmüll. Nach Angaben von Berlin Recycling nehmen die Recyclinghöfe bis zu drei Kubikmeter Sperrmüll kostenlos an, für mehr gibt es eine Abholung oder die Anlieferung an der Abfallbehandlungsanlage Süd. |
Das ist kein Widerspruch zwischen den Quellen, sondern der Normalfall: Was Sperrmüll ist, definiert die Abfallsatzung vor Ort. In Mansfeld-Südharz zum Beispiel sind es Einzelstücke bis 70 Kilogramm und höchstens 2 mal 1 mal 0,75 Meter, die nicht mehr verwendet werden. Ein Raum voll Laminatpakete aus einer Renovierung ist etwas anderes als ein altes Regal, und die Satzung kann das trennen.
So findest du deinen Weg
- Das Abfall-ABC deines Landkreises aufrufen und nach „Laminat“ suchen. Die meisten Betriebe führen den Begriff, und die Antwort dort gilt, auch wenn sie von den Beispielen oben abweicht.
- Auf die Wörter „Sperrmüll“, „Altholz“, „Baumischabfall“ achten. Sie entscheiden, ob du eine Abholung anmelden kannst oder selbst zum Wertstoffhof fahren musst, und ob es etwas kostet.
- Die Menge nennen. Ein paar Reste vom Zuschnitt sind für die Annahme etwas anderes als der Boden eines ganzen Wohnzimmers. Frag vorher, ob die Anlieferung angemeldet werden muss.
Nicht in dein Gebiet übertragen lässt sich auch die Kostenfrage: Friesland nennt Altholz kostenpflichtig, Berlin nimmt Sperrmüll bis drei Kubikmeter kostenlos an. Konkrete Preise stehen deshalb bewusst nicht hier, sie stehen in der Gebührensatzung deines Landkreises.
Reste und kleine Mengen
Für Altholz lässt der Landkreis Friesland Kleinmengen im Restabfall zu, größere Mengen aus Bau- und Renovierungsarbeiten sollen getrennt gehen, weil Altholz verwertet werden kann: Aus ihm entstehen je nach Qualität Spanplatten, oder es wird zur Energieerzeugung verbrannt. Ob das auch bei dir gilt, steht in der Satzung. Gelber Sack und Biotonne sind in jedem Fall falsch, Laminat ist weder Verpackung noch Bioabfall.
Was am Laminat hängt
Die Altholzverwertung kennt Störstoffe: Papier, Pappe, Textilien, Kunststoffe, Folien und Metallteile, die am Holz haften oder ihm beigemengt sind und die Verwertung behindern. Beim Laminat sind das vor allem Folien und Kunststoffunterlagen vom Verlegen. Sie vor der Abgabe zu trennen, ist die einfachste Art, die Annahme zu erleichtern.
Der Kleber unter dem Laminat
Bei einem Altbau ist selten das Laminat das Problem, sondern der Boden darunter. Das Bayerische Landesamt für Umwelt beschreibt zwei Fälle, die sich im Alltag verwechseln lassen:
| Kleber | Was das Landesamt dazu sagt |
|---|---|
| Schwarzer Parkettkleber auf Steinkohlenteerpech | PAK im Gramm-Bereich. Ab etwa Mitte der 1960er schrittweise durch Kunstharzkleber ersetzt, im Einzelfall noch bis Anfang der 1980er, Holzpflaster bis in die 1990er. Als Abfall 17 03 03*, wenn PAK über 1.000 mg/kg oder Benzo(a)pyren über 50 mg/kg liegen. |
| Bitumen- oder Teerkleber unter Bodenbelägen, etwa unter PVC-Platten | Enthält oft neben PAK auch Asbest. Auch hellbraune Bodenbelags- und Sockelleistenkleber können asbesthaltig sein. Als Abfall 17 06 05*. |
Die Farbe verrät nicht, was drin ist. Bitumenkleber sind ebenfalls schwarz und lassen sich laut Landesamt durch einfache Tests nicht von PAK-haltigen unterscheiden. Gewissheit gibt nur eine Materialanalyse. Bei Asbestverdacht muss verhindert werden, dass Fasern frei werden. Das heißt: nicht trocken schleifen, nicht abkratzen, erst klären. Was dann gilt, steht bei Asbest.
Das Laminat selbst wird dadurch nicht belastet. Betroffen ist, was beim Rausnehmen am Untergrund zum Vorschein kommt, und das ist ein anderer Abfall mit anderem Weg. Ähnlich liegt der Fall bei verklebtem Teppichboden und bei Linoleum.
Verbrennen: im Kamin nein, sonst nur mit Bedingungen
Die Frage kommt jedes Mal, wenn eine Wohnung renoviert wird und ein Ofen im Haus steht. Die Rechtslage ist genauer als das übliche „verboten“:
- Offene Kamine: Dort dürfen laut § 4 Absatz 4 der 1. BImSchV nur naturbelassenes stückiges Holz und Holzbriketts eingesetzt werden. Laminat gehört nicht dazu.
- Andere Feuerungsanlagen: § 3 Absatz 1 der Verordnung nennt unter Nummer 6 und 7 beschichtetes und verleimtes Holz sowie Faserplatten, aber nur, wenn keine Holzschutzmittel enthalten sind und die Beschichtung keine halogenorganischen Verbindungen oder Schwermetalle enthält. Dazu muss das Holz trocken sein (unter 25 Prozent Feuchte), und die Anlage muss nach Herstellerangabe für den Brennstoff geeignet sein. Bei einem alten Boden lässt sich das in der Regel nicht belegen.
- Melamin: Berlin Recycling weist darauf hin, dass das Melamin im Laminat beim Verbrennen giftige Gase freisetzt, und rät vom Verbrennen im Ofen oder Lagerfeuer ab. Das ist ein Hinweis des Entsorgers, keine Rechtsvorschrift.
Empfehlung: Laminat nicht verbrennen, auch nicht in kleinen Mengen. Der Weg über den Wertstoffhof kostet im ungünstigsten Fall eine Gebühr, ein Fehlgriff im Ofen kostet mehr.
Was nicht geht
- In den Bauschutt-Container. Bauschutt ist rein mineralisch, ein Holzwerkstoff gehört nicht hinein.
- Größere Mengen in die Restmülltonne. Berlin Recycling nennt die einzelnen Platten in der Regel zu sperrig, und Friesland lässt für Altholz nur Kleinmengen im Restabfall zu.
- Zum Sperrmüll legen, ohne nachzufragen. Wo die Satzung Laminat vom Sperrmüll ausnimmt, wird es nicht abgeholt.
- Mit Altholz der Kategorie A IV mischen. Imprägniertes Holz hat im normalen Altholz nichts zu suchen.
Häufige Fragen
Ist Laminat Sondermüll?
Nein. Laminat ist nach Angabe von Berlin Recycling kein gefährlicher Abfall. Gefährlich kann dagegen der Kleber sein, mit dem ein älterer Boden darunter verlegt wurde: teerhaltiger Parkettkleber (17 03 03*) oder asbesthaltiger Bodenbelagskleber (17 06 05*). Das betrifft aber nicht das Laminat, sondern den Untergrund.
Gehört Laminat zum Sperrmüll?
Das kommt auf den Landkreis an. In Berlin gilt es nach Angaben von Berlin Recycling als Sperrmüll. Im Landkreis Mansfeld-Südharz ist es laut Abfallsatzung ausdrücklich kein Sperrmüll, sondern Baumischabfall, und im Landkreis Friesland ist es gebührenpflichtiges Altholz, ebenfalls kein Sperrmüll. Im Abfall-ABC deines Landkreises steht, was bei dir gilt.
Kann ich Laminat in den Restmüll werfen?
Nur in Kleinmengen, und nur, wo die Satzung das zulässt. Der Landkreis Friesland erlaubt für Altholz Kleinmengen im Restabfall. Größere Mengen sollen getrennt abgegeben werden, weil Altholz verwertbar ist. Berlin Recycling hält die einzelnen Platten außerdem in der Regel für zu sperrig.
Was kostet es, Laminat zu entsorgen?
Das hängt von der Einordnung ab. Wo Laminat Sperrmüll ist, kann die Abgabe kostenlos sein, in Berlin etwa bis drei Kubikmeter. Als Altholz oder Baumischabfall wird meist eine Gebühr fällig, in Friesland ist die Abgabe von Altholz ausdrücklich kostenpflichtig. Preise stehen in der Gebührensatzung deines Landkreises.
Wohin mit Laminatresten vom Verlegen?
Dieselben Wege wie beim alten Boden, nur in kleinerer Menge. Frag beim Wertstoffhof, ob Reste als Altholz angenommen werden. Folien und Kunststoffunterlagen vorher trennen, sie sind für die Altholzverwertung Störstoffe.
Darf ich Laminat im Kamin verbrennen?
Im offenen Kamin nicht, dort sind nur naturbelassenes stückiges Holz und Holzbriketts zulässig (§ 4 Absatz 4 der 1. BImSchV). In anderen Öfen nennt die Verordnung beschichtetes und verleimtes Holz nur unter Bedingungen, die bei einem alten Boden meist nicht nachzuweisen sind. Berlin Recycling warnt außerdem vor giftigen Gasen aus dem Melamin. Die Empfehlung lautet: nicht verbrennen.
Unter dem Laminat klebt schwarzer Kleber. Was tun?
Nicht schleifen und nicht abkratzen. Schwarze Kleber können PAK und Asbest enthalten, und nur eine Analyse klärt das. Bei Asbestverdacht darf nichts passieren, was Fasern freisetzt. Wende dich vor dem Weiterarbeiten an die Abfallberatung deines Landkreises, sie kann dir sagen, wie du weiter vorgehst.
Wo gilt das bei dir?
Zuständig ist dein Landkreis, und der regelt selbst, wo du das abgeben kannst. Wir haben die Annahmestellen aus allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten gesammelt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Abfall-ABC Laminat (Holz): Altholz, Landkreis Friesland
- FAQ Laminat, Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Mansfeld-Südharz
- Laminat entsorgen, Berlin Recycling
- Altholzverordnung § 2 Begriffsbestimmungen
- 1. BImSchV § 3 Brennstoffe
- 1. BImSchV § 4 Allgemeine Anforderungen
- Schadstoffratgeber Gebäuderückbau: Klebstoffe, Nr. 428, Stand 09/2020PDF
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.