Kurz gesagt
- Edelstahlkannen gehören zum Altmetall auf den Wertstoffhof.
- Kannen mit Glaskolben kommen in den Restmüll, das Vakuumglas ist kein Behälterglas.
- Niemals in den Altglascontainer: verspiegeltes Vakuumglas ruiniert die Charge.
- Ist nur der Glaskolben zerbrochen, gibt es für viele Modelle Ersatz.
Erst nachsehen, was drin ist
Thermoskannen gibt es in zwei Bauweisen, und sie nehmen unterschiedliche Wege.
Ganz aus Edelstahl
Moderne Kannen bestehen aus zwei ineinander verschweißten Edelstahlbehältern mit Vakuum dazwischen. Das ist praktisch reines Metall und gehört zum Altmetall auf den Wertstoffhof. Der Kunststoffdeckel darf dranbleiben, er wird bei der Aufbereitung abgetrennt.
Dieser Umweg lohnt sich, und zwar nicht nur der Ordnung halber. Edelstahl ist eine Legierung mit Chrom und meist auch Nickel, und beide lassen sich beim Einschmelzen vollständig wiederverwenden. Landet dieselbe Kanne im Restmüll, geht sie in die Verbrennung; was danach aus der Schlacke geholt wird, ist deutlich weniger und schlechter sortiert. Die Annahme am Wertstoffhof kostet nichts, Altmetall ist dort ein Wertstoff und keine Last.
Kunststoffgehäuse mit Glaskolben
Ältere und günstige Kannen haben einen verspiegelten Glaskolben in einem Kunststoff- oder Blechgehäuse. Dieser Verbund lässt sich nicht sinnvoll trennen, deshalb ist der Restmüll richtig. Ein Schütteltest verrät die Bauart: Klappert es leise und klingt der Korpus hohl, steckt meist ein Glaskolben darin.
Der Glaskolben gehört nie ins Altglas. Er ist innen verspiegelt, besteht aus einer anderen Glassorte als Flaschen und steht unter Vakuum. Im Altglascontainer ist er ein Fremdstoff, der die Charge verunreinigt. Ist der Kolben schon zerbrochen, wickle die Scherben ein, bevor sie in den Restmüll gehen.
Hält sie nicht mehr warm, hilft ein Test
Bevor eine Kanne weggeht, lohnt die Frage, woran es liegt. Es gibt zwei Ursachen, und nur eine davon ist ein Fall für die Tonne.
Der Test dafür braucht nichts als eine Hand. Füll die Kanne mit heißem Wasser, warte zehn Minuten und fass sie außen an. Eine intakte Kanne bleibt außen nahezu handwarm, denn genau dafür ist das Vakuum da: Es unterbindet die Wärmeleitung zwischen Innen- und Außenwand, und die Verspiegelung wirft die Wärmestrahlung zurück. Wird die Außenwand deutlich warm, ist das Vakuum entwichen. Dann ist die Kanne nicht mehr zu retten, denn die Hülle ist verschweißt beziehungsweise eingeschmolzen und lässt sich nicht wieder evakuieren.
Bleibt sie dagegen außen kühl und der Inhalt trotzdem nicht warm, liegt es am Verschluss. Dichtungsringe sind Verschleißteile und für gängige Modelle einzeln erhältlich, ebenso ganze Verschlusskappen. Und ist bei einer Kanne mit Glaskolben nur das Glas zerbrochen, gibt es für viele Modelle bekannter Hersteller Ersatzkolben für wenige Euro. In beiden Fällen ist die Kanne kein Abfall, sondern ein Ersatzteilfall.
Kein Elektrogerät, außer in zwei Fällen
Die Frage kommt oft, weil eine Thermoskanne technisch aussieht. Die Antwort steht in § 3 Nummer 1 des Elektrogesetzes: Erfasst sind nur Geräte, die für ihren Betrieb von elektrischen Strömen oder elektromagnetischen Feldern abhängen. Eine Isolierkanne hält Wärme rein physikalisch, ohne jede Zuleitung und ohne Zelle. Sie fällt damit nicht unter das Elektrogesetz, und die kostenlose Rücknahme im Handel gilt für sie nicht.
Zwei Bauarten kippen diese Einordnung. Warmhaltekannen mit Heizplatte oder Netzanschluss sind echte Elektrogeräte und gehören zur Elektroaltgeräte-Sammlung, nicht zum Schrott. Und mancher Deckel trägt eine Temperaturanzeige, die von einer Knopfzelle gespeist wird. Die Kanne bleibt dann zwar Metall oder Restmüll, aber die Zelle muss vorher heraus und in die Sammelbox, siehe Batterien. Sie ist von außen oft nicht zu sehen, ein Blick auf die Deckelunterseite lohnt sich also.
Pumpkannen sind rein mechanisch. Was dort pumpt, ist ein Balg im Deckel, den man mit der Hand drückt. Sie folgen deshalb derselben Regel wie jede andere Isolierkanne, und weil in ihnen fast immer ein Glaskolben in einem Kunststoffkorpus steckt, ist das in aller Regel der Restmüll. Isolierflaschen für unterwegs richten sich ebenfalls nach dem Innenleben, also Edelstahl zum Altmetall und Glaskolben in den Restmüll.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob ein Glaskolben drin ist?
Schau in die geöffnete Kanne: Ein Glaskolben ist innen spiegelnd silbrig und hat oft eine sichtbare Naht am Hals. Edelstahl wirkt matter und gleichmäßig. Auch das Gewicht hilft, Edelstahlkannen sind spürbar schwerer.
Kann ich eine Edelstahlkanne in den Gelben Sack werfen?
Nein, eine Kanne ist keine Verpackung. In Kommunen mit echter Wertstofftonne dürfen kleine Metallgegenstände hinein, sonst führt der Weg zum Wertstoffhof.
Was mache ich mit einer Kanne, die nach Kaffee riecht?
Für die Entsorgung spielt das keine Rolle. Willst du sie weitergeben, hilft eine Nacht mit Wasser und einem Löffel Natron oder Spülmaschinentabs.
Wo gilt das bei dir?
Was in die Restmülltonne darf, regelt jede Kommune etwas anders. Der Wertstoffhof deines Kreises nimmt im Zweifel auch das an, was die Tonne stehen lässt.
Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Was nicht in den Altglascontainer gehört
- Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 3, Begriffsbestimmungen
- Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1
Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.