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Elektrogeräte entsorgen

Ob Wasserkocher oder Waschmaschine: Der Weg ist derselbe, nur die Bequemlichkeit unterscheidet sich. Entscheidend ist nicht, was das Gerät kann, sondern wie groß es ist.

Kurz gesagt

  • Alles mit Stecker, Akku oder Batterie ist Elektroschrott und gehört nie in den Restmüll.
  • Der Wertstoffhof nimmt jedes Haushaltsgerät kostenlos, das ist gesetzliche Pflicht.
  • Im Handel ab 400 m² Verkaufsfläche gilt: Geräte unter 25 Zentimetern ohne Neukauf, größere beim Kauf eines gleichartigen Geräts.
  • Batterien und Akkus vorher herausnehmen, soweit sie sich zerstörungsfrei entnehmen lassen.

Was überhaupt als Elektrogerät zählt

Die Faustregel ist einfacher, als das Gesetz klingt: Alles, was für seinen Zweck Strom braucht, fällt darunter. Steckdose, Akku, Batterie oder Solarzelle, der Antrieb ist gleichgültig. Damit sind auch die Dinge Elektroschrott, an die kaum jemand denkt: die blinkende Grußkarte, die Zahnbürste, der Schuh mit Leuchtsohle, das Feuerzeug mit Display.

Der sicherste Test steht auf dem Gerät selbst. Die durchgestrichene Mülltonne ist kein Herstellerhinweis, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Wo sie steht, ist die Sache entschieden.

Der häufigste Irrtum betrifft den Sperrmüll. Ein altes Gerät sieht aus wie Sperrgut und wandert bei der Wohnungsauflösung mit an den Straßenrand. Elektroaltgeräte gehören dort in den meisten Kommunen nicht hin, sie werden getrennt erfasst. Manche Betriebe holen sie auf Anmeldung ab, aber eben als eigene Position. Was an der Straße steht, wird außerdem regelmäßig aufgebrochen, und wer die Teile mitnimmt, greift in den Kreislauf ein, aus dem die Rohstoffe zurückkommen sollten.

Die sechs Sammelgruppen

§ 14 des Elektrogesetzes teilt alle Geräte in sechs Gruppen ein. Für dich ändert das an der Abgabe nichts, am Wertstoffhof sortiert das Personal. Zu wissen, in welche Gruppe dein Gerät fällt, hilft aber zu verstehen, warum manches besonders behandelt wird.

GruppeWas dazugehört
1 WärmeüberträgerKühlschrank, Gefriertruhe, Klimagerät, Wärmepumpentrockner. Enthalten Kältemittel, das abgesaugt werden muss.
2 Bildschirme und MonitoreAlles mit einer Bildschirmfläche über 100 Quadratzentimetern. Röhrengeräte wegen des Bleis, Flachbildschirme wegen der Hintergrundbeleuchtung.
3 LampenLeuchtstoffröhren, Energiesparlampen, LED-Leuchtmittel. Nicht die Glühbirne, die ist Restmüll.
4 GroßgeräteWaschmaschine, Herd, Geschirrspüler, Trockner ohne Wärmepumpe.
5 Kleingeräte und kleine IT-TechnikWasserkocher, Bügeleisen, Staubsauger, Handy, Laptop, Router.
6 PhotovoltaikmoduleSolarmodule, seit 2015 eigene Gruppe.

Die 25-Zentimeter-Regel, und wo sie wirklich gilt

Das ist die Regel, die am meisten Geld und Weg spart, und sie wird am häufigsten falsch wiedergegeben. § 17 des Elektrogesetzes verpflichtet zwei Sorten von Händlern zur Rücknahme:

  • Elektrohändler ab 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte.
  • Lebensmittelhändler ab 800 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche, sofern sie überhaupt Elektrogeräte anbieten. Damit fallen die großen Supermärkte und Discounter mit darunter, auch wenn sie nur gelegentlich Aktionsware führen.

Was diese Händler nehmen müssen, hängt an der Größe. Altgeräte, bei denen keine Abmessung 25 Zentimeter übersteigt, musst du nichts kaufen, um sie loszuwerden; die Rücknahme ist auf drei Geräte je Geräteart begrenzt. Bei allem Größeren greift die Rücknahme nur, wenn du ein gleichartiges Gerät neu kaufst, das im Wesentlichen dieselben Funktionen erfüllt.

Im Onlinehandel gilt dasselbe, nur muss der Händler dort bei Großgeräten die kostenlose Abholung anbieten. Beim Kauf ist danach zu fragen, weil die Zusage am Bestellvorgang hängt und sich später schwerer nachholen lässt.

Was vorher herausgehört

  • Batterien und Akkus, soweit sie sich zerstörungsfrei entnehmen lassen. Fest verbaute bleiben drin und gehen mit dem Gerät weg.
  • Lampen, wenn sie sich ohne Werkzeug herausnehmen lassen, etwa aus einer Leuchte.
  • Daten. Für die Löschung ist niemand sonst zuständig. Das betrifft längst nicht nur Rechner und Handys, sondern auch Fernseher mit Streamingkonten, Router mit WLAN-Schlüsseln, Drucker mit Speicher und Navigationsgeräte mit der Heimatadresse.

Warum die Sammelquote so niedrig ist

2024 kamen in Deutschland 3,18 Millionen Tonnen neue Elektrogeräte in Verkehr, gesammelt wurden 920.000 Tonnen Altgeräte. Das ist eine Sammelquote von 28,7 Prozent, vorgeschrieben sind seit 2019 mindestens 65 Prozent. Die Lücke ist also kein Rundungsfehler, sondern mehr als das Doppelte.

Ein Teil steckt nachweislich in Schubladen: funktionierende Handys, Tablets und Kabel, die niemand wegwerfen mag. Ein anderer geht über den Restmüll verloren, ein dritter als Gebrauchtware ins Ausland, wo er aus der Statistik fällt. Die Quote rechnet gegen die Menge der neu verkauften Geräte, und die steigt schneller, als die Sammlung nachkommt.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich ein Elektrogerät in den Restmüll werfe?

Im Kleinen fällt es nicht auf, geordnet ist es trotzdem nicht. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz verlangt in § 20 die getrennte Erfassung, und die Abfallsatzungen der Kommunen setzen das um. Praktisch relevanter ist die Gefahr: Ein Lithium-Akku im Müllfahrzeug wird beim Pressen beschädigt und ist eine der häufigsten Brandursachen in Entsorgungsanlagen.

Muss der Händler mein Altgerät auch nehmen, wenn ich es woanders gekauft habe?

Ja. § 17 knüpft die Rücknahme nicht daran, wo das Altgerät gekauft wurde. Bei kleinen Geräten unter 25 Zentimetern brauchst du überhaupt keinen Kauf, bei größeren nur den Neukauf eines gleichartigen Geräts beim selben Händler.

Kann ich ein funktionierendes Gerät einfach verschenken?

Ja, und das ist der bessere Weg. Ein Gerät, das weiterbenutzt wird, ist kein Abfall. Viele Wertstoffhöfe haben dafür inzwischen einen eigenen Bereich, daneben gibt es Reparaturinitiativen und Verschenkbörsen. Wichtig bleibt auch hier, vorher die Daten zu löschen.

Ist eine Glühbirne Elektroschrott?

Nein, die klassische Glühbirne und die Halogenlampe gehören in den Restmüll. Sie enthalten nur Glas, Metall und einen Draht. Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und LED-Leuchtmittel sind dagegen Elektroaltgeräte der Sammelgruppe 3.

Bekomme ich für Elektroschrott Geld?

Für haushaltsübliche Mengen nicht. Schrotthändler zahlen für sortenreines Altmetall, ein komplettes Gerät ist aber ein Gemisch aus Metall, Kunststoff und Elektronik. Wer ein Gerät an der Straße abholen lässt, sollte wissen: Gewerbliche Sammler brauchen eine Anzeige bei der Behörde, und die gefragten Teile werden oft vor Ort herausgebrochen, während der Rest liegen bleibt.

Wo gilt das bei dir?

Zuständig ist dein Landkreis, und der regelt selbst, wo du das abgeben kannst. Wir haben die Annahmestellen aus allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten gesammelt.

Du musst deinen Landkreis nicht kennen, die Suche findet auch deine Stadt oder Gemeinde. Oder gleich zur Übersicht aller Kreise. Verbindlich bleibt die Abfallsatzung deines Kreises, die Annahmestellen kommen aus OpenStreetMap.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 14, SammelgruppenBundesministerium der Justiz. Definiert die sechs Sammelgruppen für Elektroaltgeräte.
  2. Elektro- und Elektronikgerätegesetz § 17, Rücknahmepflichten des VertreibersBundesministerium der Justiz. Kostenlose Rücknahme kleiner Altgeräte im Handel ab 400 m², ohne Neukauf.
  3. Elektro- und ElektronikaltgeräteUmweltbundesamt. 2024 wurden 920.000 Tonnen Altgeräte gesammelt, während 3.176.883 Tonnen neue Geräte in Verkehr kamen. Das ergibt eine Sammelquote von 28,7 Prozent; vorgeschrieben sind seit 2019 mindestens 65 Prozent.
  4. Abfallverzeichnis-Verordnung, Anlage zu § 2 Absatz 1Bundesministerium der Justiz. Amtliches Abfallverzeichnis mit allen Abfallschlüsseln.
  5. Kreislaufwirtschaftsgesetz § 20Bundesministerium der Justiz. Pflichten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und die acht getrennt zu sammelnden Abfallarten.

Kommunale Satzungen können abweichen, verbindlich ist die Abfallsatzung deines Landkreises.


Etwas stimmt nicht? Falsche Tonne, veraltete Rechtsangabe, ein Wertstoffhof, den es nicht mehr gibt: Sag Bescheid, wir sehen nach.

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